2010 mehr RES als erhofft – wie weiter?

2010 mehr Erneuerbare Energie in der EU als 1997 erhofft - aber wie geht´s weiter?

Im Jahr 1997 wurde von der EU-Kommission ein Weißbuch Erneuerbare Energieträger verfasst. Im Jahre 2010 sollte der Anteil erneuerbarer Energieträger am Energieverbrauch der Europäischen Union mindestens 12 %betragen. 1997 lag der Anteil bei 5,4 %. Wie eine aktuelle Schätzung von EurObserv’ER zeigt, wurde dieses Ziel mit 12,4 %im Jahr 2010 sogar übertroffen. Der Statusbericht Erneuerbare Energie 2010 zeigt allerdings, dass die einzelnen Technologien seit 1997 unterschiedlich stark ausgebaut wurden.

Photovoltaik, Windkraft und Wärme aus Geothermie lagen 2010 bereits über den Zielen:

  • Photovoltaik 23.700 MWpeak (Weißbuch 3.000 MWpeak)
  • Windkraft 86.000 MW (Weißbuch 40.000 MW)
  • Wärme aus Geothermie (inkl. Wärmepumpen) 14.600 MW (Weißbuch 5.000 MW)

Bei Kleinwasserkraft, Strom aus Geothermie und Biodiesel wurden die Ziele für 2010 fast erreicht:

  • Kleinwasserkraft 13.000 MW (Weißbuch 14.000 MW)
  • Strom aus Geothermie 900 MWel (Weißbuch 1.000 MWel)
  • Biodiesel Treibstoffanteil 4,8% (Weißbuch 5,75%)

Solarwärme, Biogas und Biomasse blieben weit unter den Ausbauzielen für 2010 zurück:

  • Solarwärme 34,5 Millionen m2 (Weißbuch 100 Millionen m2)
  • Biogas 8,7 Millionen Tonnen (Weißbuch 15 Millionen Tonnen)
  • Biomasse 109,3 Millionen Tonnen (Weißbuch 149 Millionen Tonnen)

Man sieht hier klar die Rolle der Politik: die Ökostrom- und Biotreibstoffrichtlinie wurde frühzeitig eingeführt und der Markt damit nachhaltig belebt. Die Wärmerichtlinie kam erst mit der Erneuerbaren Energie Richtlinie 2009, dem Markt fehlte davor das politische Signal wie bei Ökostrom und Biosprit.

Die Ökostrom- und Biotreibstoffrichtlinie erzwangen gezielt die Einführung neuer Gesetze (Ökostromgesetz, Biotreibstoff-Beimischungsgesetz). Ohne diese hätte es obige Erfolge nie gegeben. Auch die Erneuerbare Energie Richtlinie erzwang gezielt Gesetze für RES Wärme (Förderung, Bauordnung).

Aber wie geht´s weiter?

Im Energie- und Klimapaket 2020 wurde die Strategie geändert. Keine EU-weiten Einzelziele mehr für Strom, Biotreibstoff, Wärme sondern die Aufforderung “Nationale Aktionspläne” vorzulegen, wie man das nationale Gesamtziel (Bsp. Österreich 34 % bis 2020) mit erneuerbarem Strom, Treibstoff, Wärme erreichen will.

Das erzwingt keine neuen Gesetze, zumindest nicht bis knapp vor 2020! Oder sieht das wer anders?

Foto: stock.xchng, dima v