Über Roger Hackstock

Geschäftsführer des Verbandes Austria Solar seit 2002

Meine Solaranlage und ich – ein Abenteuer im Burgenland

Es war an einem heißen Sommertag im August 2011. Ich hatte gerade eine Presseaussendung verschickt, wie absurd es sei, dass trotz Tropenhitze im ganzen Land 1,6 Millionen Kessel liefen um warmes Wasser zu produzieren. Viele davon waren mit Öl oder Gas befeuert und mehr als 30 Jahre alt, ein Energie-Wahnsinn sondergleichen. So wie im Haus meiner Schwiegermutter, in dem ich mich gerade aufhielt. So geht das nicht weiter, sagte ich zu meiner Frau, wir brauchen eine Solaranlage! Wundert mich, dass dir das jetzt erst einfällt, war ihre Antwort.

Die 30 Jahre alte Gasheizung (c)Roger Hackstock

Das Haus steht im Südburgenland, also wandte ich mich an den Innungsmeister, sozusagen den obersten Installateur im Bundesland, ob er so eine Anlage installieren kann. Selbstverständlich, meinte er, bei der alten Gasheizung mache das aber keinen Sinn, die müsste raus. Beim ersten Anbot für eine neue Gasbrennwertheizung mit Solaranlage – mit Holz heizt schon der Küchenherd – brauchte ich einen Schnaps. Soviel kostet das, damit hatte ich nicht gerechnet! Der Familienrat trat zusammen, wir entschieden uns schließlich doch für die große Lösung: eine solare Heizungsunterstützung! 20 Quadratmeter Kollektoren und ein 1.000 Liter Speicher sollten mindestens ein halbes Jahr komplett die Wärmeversorgung übernehmen.

20 m2 Kollektoren sonnen sich am Dach (c)Manfred Strobl

Beim Einbau merkten wir dann wie niedrig der Keller war und mussten auf 750 Liter Speicher reduzieren. Als Geschäftsführer von Austria Solar durfte ich keine Firma bevorzugen, also verlangte ich einfach das Austria Solar Gütesiegel! Damit kamen 25 Anbieter in Frage. Natürlich wollte ich ganz bescheiden die beste Solaranlage des Burgenlandes, also griff ich auf das Know-how der AEE INTEC zurück. Drei Monate lang tüftelten sie gemeinsam mit dem Solaranbieter am Hydraulikplan, bis eine optimale Lösung gefunden wurde. Bei ausreichendem Sonnenschein sollte die Solaranlage direkt in die Heizung gehen, bei trübem Wetter über die Gastherme als Nachheizung. Nur bei anhaltendem Schlechtwetter durfte die Solaranlage pausieren und die Gastherme übernahm die komplette Arbeit. Um das überprüfen zu können installierten wir einen Internetanschluss zur Fernüberwachung der Anlage. Die Sache hatte allerdings einen Haken: mit den alten gusseisernen Heizkörpern in allen Räumen war an einen optimalen Solarertrag nicht zu denken, dafür braucht es eine Niedertemperatur-Wärmeverteilung im Haus. Also raus mit den alten Ungetümen und rein mit nagelneuen Niedertemperatur-Heizkörpern samt Thermostatreglern.

Neue effiziente Heizkörper um den Solarertrag zu steigern (c)Manfred Strobl

Die nächste Überraschung folgte am Dach. Auf solch morschen Dachsparren würde er keine Kollektoren montieren, meinte der Dachdecker. So wurde die ohnehin fällige Dachsanierung vorgezogen, bevor der Kran mit den Kollektoren kam. Aus der ursprünglichen Idee einer Solaranlage war ein kapitaler Umbau geworden, der in Summe fast 40 000 Euro kostete. Dafür waren alle Leitungen super gedämmt, jeder Heizkörper einzeln eingeregelt, das ganze System auf minimalen Gasverbrauch optimiert. Jetzt wollte ich natürlich genau wissen, was die Solaranlage bringt. Der Solaranbieter war sehr zuvorkommend und richtete extra eine Visualisierung ein. Damit habe ich die Solaranlage immer im Blick.

Visualisieurng online - die Solaranlage immer im Blick (Screenshot)

Die Anlage lief von Anfang an nach Plan, ich war begeistert! Meiner Erfahrung nach gab es aber immer Verbesserungspotenzial, wenn man sie eine Zeit lang beobachtete. Tatsächlich zeigten die Speichertemperaturen manchmal seltsame Werte und der Oma war es an besonders kalten Tagen im Haus nicht warm genug. Nach zwei Monaten kamen daher Anlagenlieferant und Installateur nochmals vorbei und gingen die ganze Anlage durch. Der Volumenstrom der Heizung war zu sparsam eingestellt und ein Fühler falsch platziert – die Behebung der Probleme war im Nu erledigt! Zufällig war es an dem Tag kalt aber sonnig und die Solaranlage zeigte, was sie kann. Am 13. Dezember stand die Gastherme bei 4 Grad Außentemperatur still und die Solaranlage heizte alleine das Haus! Da staunten selbst die Handwerker, eine eindrucksvolle Demonstration was ein optimal eingestelltes Heizsystem mit Solaranlage zu leisten im Stande ist. Auch ein Journalist war an dem Tag dabei – hier ist sein Bericht in „Der österreichische Installateur“!

Da freut man sich, wenn´s von der Solaranlage warm runter kommt! (c)Manfred Strobl

Flammt das fossile Zeitalter nochmals auf?

Der World Energy Outlook 2012 der Internationalen Energieagentur IEA vermittelt fast diesen Eindruck. Der Chefökonom der IEA, Fatih Birol, präsentierte ihn am 14. November 2012 im Redoutensaal der Wiener Hofburg. Fazit: in den nächsten 20 Jahren findet ein totaler Wandel der weltweiten Energielandschaft statt.

Atomkraft hat nach Fukushima weltweit ausgedient, die neuen Sicherheitsstandards werden Atomstrom einfach zu teuer machen. Dafür erleben Öl und Gas einen neuen Aufschwung, vor allem durch die Förderung von Schiefergas und Light-Tight-Öl in Kanada und den USA. Mittlerweile kehren energieintensive Betriebe in die USA zurück, weil Gas dort nur ein Fünftel von dem kostet, was man in Europa zahlt. In 5 Jahren wird die USA Saudi-Arabien als größter Ölförderer der Welt ablösen. In 20 Jahren ist die USA energieautark und versorgt sich mit Öl und Gas komplett selbst. Das hat weltweite Auswirkungen. Die nicht benötigte Kohle wird günstig nach Europa verkauft, wo sie wegen des Atomausstiegs zur Stromerzeugung verheizt wird. Im Nahen Osten wird die USA keine Kriege mehr führen, wenn sie von den Ölvorkommen unabhängig wird. Die IEA geht davon aus, dass China die Rolle der USA übernimmt und sich im Nahen Osten engagiert um seine Ölversorgung zu sichern.

Oil Shale Feld in Kanada - Landschaftsgestaltung mal anders

Oil Shale Feld in Kanada - Landschaftsgestaltung mal anders

Das alles führt zu mehr und mehr CO2-Emissionen. Heuer erreichen sie wieder einen Rekordwert und es wird weitergehen. Wie Fatih Birol berichtet bläst den Erneuerbaren weltweit ein scharfer Wind ins Gesicht, viele Regierungen denken angesichts von Sparprogrammen daran Subventionen zu kürzen. Dabei werden für fossile Energie sechsmal (!) mehr Subventionen bezahlt als für Erneuerbare, im Jahr 2011 sogar um 30 Prozent mehr als 2010!

Die Präsentation von Fatih Birol zeigte das Problem, in dem wir feststecken. Zuerst sieht man welche Welt die nächsten 20 Jahre auf uns zukommt, dann sieht man: das darf nicht geschehen, wenn wir das 2 ° C Ziel Erderwärmung einhalten wollen. Dieser Widerspruch bleibt schließlich im Raum stehen, die einzige Antwort ist eine Energieeffizienzoffensive, um uns noch 5 Jahre mehr Zeit zu geben, das Ruder herumzureißen. Fatih Birol war jedoch wenig optimistisch: “Unsere Analyse zeigt, dass zwei Drittel  der bis 2035 ökonomisch realisierbaren Effizienzverbesserungen ungenützt bleiben werden.”

Die Erneuerbaren spielen in den nächsten 20 Jahren zwar eine wichtige Rolle, können laut IEA den Zug der Zeit in ein verlängertes fossiles Zeitalter aber nicht aufhalten. Das macht deutlich, dass wir die Zukunft nicht der etablierten Energiewirtschaft überlassen dürfen! Erneuerbare Energie ist in den meisten Ländern dieser Erde die größte heimische Energiequelle, die noch dazu in Summe die günstigste ist (ein Sechstel der Subventionen von Fossilen!). Hören wir auf, der Sonne den Rücken zu kehren und unter der Erde nach Lösungen zu graben!

Ein führender Energieexperte, der bei der Präsentation dabei war, meinte: „Wenn man es zynisch sieht würde ich jetzt sagen: Gott sei Dank habe ich keine Kinder.“ Besser kann man nicht ausdrücken, dass hier was falsch läuft!!

Bildquelle: http://news.charlesayoub.com, http://bernetblog.ch

Solarwärme im Gespräch mit Energieminister Mitterlehner

Bundesminister Reinhold Mitterlehner bei Solarwärme im Gespräch

Wir setzen nun unserer Interviewserie, nach Stimmen aus der Stadtverwaltung (Bernd Vogl), der Solarindustrie (Robert Kanduth) und der Forschung (Werner Weiss), mit der hohen Politik fort. Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner hat mit uns über Solarwärme in Österreich gesprochen. Es wurden allen Interviewpartnern dieselben Fragen gestellt. Solarwärme aus verschiedenen Blickwinkeln – es empfiehlt sich alle Interviews zu lesen! Hier die Antworten von Minister Mitterlehner:

1. Österreich war und ist ein weltweit führendes Land in Sachen Solarwärme. Trotzdem hat man das Gefühl, dass alle Welt nur mehr über Photovoltaik spricht. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Photovoltaik ist eine moderne Technologie, die in der Öffentlichkeit seit jeher einen hohen und positiv besetzten Stellenwert hat. Aktuell haben die vor allem in Europa geführten Energiewende-Diskussionen nach der Nuklearkatastrophe in Fukushima den Fokus auf die Stromerzeugung aus Sonnenenergie weiter erhöht. Mir ist wichtig, dass die Technologien nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern sich energetisch und kostenmäßig gut ergänzen.

2. Wie sehen Sie die Zukunft der Solarwärme in Österreich?

Jedenfalls positiv. Jeder Eigenheimbesitzer ist gut beraten, solche Anlagen zu installieren, wenn die Voraussetzungen dafür passen.

3. Im Jahr 2008 veröffentlichte der Umweltminister in Kooperation mit Ihnen und Ministerin Bures sowie dem Verband Austria Solar eine Solarwärme Roadmap 2020. Das Ziel ist bis zum Jahr 2020 rund 24 Millionen Quadratmeter Kollektoren zu installieren, die 10 Prozent des Wärmebedarfes von Gebäuden und Produktionsprozessen bis 250 Grad Celsius decken. Derzeit stehen wir bei knapp 5 Millionen Quadratmeter und es sind nur mehr 8 Jahre. Welche Maßnahmen sind geplant, um pro Jahr mehr als 2 Millionen Quadratmeter zu erreichen?

Österreich ist auf dem Gebiet der Solarthermie traditionell sehr gut aufgestellt. Laut Zahlen der Internationalen Energieagentur liegt Österreich bei der installierten Gesamtfläche pro Kopf auf dem hervorragenden dritten Platz. Der Trend geht also in die richtige Richtung. Für den weiteren Ausbau gibt es eine Reihe von Anreizen und Programmen der Bundesregierung, wie zum Beispiel einen 400 Euro Direktzuschuss für Solarwärmeanlagen vom Klimafonds oder bis zu 1.500 Euro pro thermischer Solaranlage im Rahmen des Sanierungsschecks. Beide Fördermodelle sind mit Landesförderungen kombinierbar. Ebenso besteht die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit des Einbaus von Solaranlagen als Sonderausgabe mit 2.920 Euro jährlich. Die Überzeugung, dass sich eine Anlage mittelfristig rechnet, viele Jahre funktioniert und dabei einen wesentlicher Beitrag zur Ressourcenschonung, Versorgungssicherheit und zum Umweltschutz leistet, sollte eine hohe Motivation sein, in Solarthermie zu investieren. Gleichzeitig müssen Bauunternehmen und Architekten rechtzeitig eingebunden sein, um sowohl im Neubau als auch bei der Altbau-Sanierung die richtigen Akzente setzen zu können.

4. In Dänemark boomen Solarwärmeanlagen in Verbindung mit Nah- und Fernwärmenetzen, in den nächsten beiden Jahren wird der Bestand an Solarwärme-Biomasse-Netzen verdoppelt. Gibt es Pläne, diese Art der Wärmeversorgung auch in Österreich zu forcieren?

Dänemark ist mit Österreich nicht vergleichbar, jedoch sind auch bei uns zahlreiche neue Biomasseanlagen mit Nah- und Fernwärmenetzen entstanden. Die Einbindung von solarer Wärme in solche Anlagen bedarf aber einer erweiterten Anlagenkonzeption mit entsprechenden Wärmespeichern und Prozessleittechnik sowie vielen Quadratmetern an Kollektorfläche. Letztere können aber nicht überall realisiert werden, wobei diese Systeme angesichts der positiven internationalen Erfahrungen auch in Österreich verstärkt eingesetzt werden.

5. Ein großes Hindernis im Umbau der Energieversorgung in den Städten ist das Mietrecht. Es ist nicht so ausgelegt, dass Eigentümer oder Mieter dazu angehalten werden eine Dämmung vorzunehmen oder die Energieversorgung auf Solarenergie umzustellen. Gibt es Ideen, wie man dieses Dilemma lösen könnte? Was müsste passieren, damit mehr Eigentümer in Effizienz und Solarwärme investieren?

Das Mietrecht fällt leider nicht in unseren Zuständigkeitsbereich, deshalb kann ich dazu nichts sagen.

6. Wenn Sie sich für die Energiezukunft Österreichs etwas wünschen dürften, was wäre das?

Mein Ziel ist ein erneuerbares, effizientes und sicheres Energiesystem, das auch unseren Kindern und Kindeskindern eine saubere Energiezukunft ermöglicht.

 

Weitere Interviews aus der Serie “Solarwärme im Gespräch”

Förderung für Solare Großanlagen 2012 gestartet!

Solare Grossanlagen werden bis 21.9 wieder gefördert (c) Austria Solar, Paradigma

Wie sagt man so schön? Gut Ding braucht Weile. Nach einiger Verzögerung ist nun wieder die Förderung für solare Großanlagen gestartet! Solare Großanlagen bergen ein ungemeines Potenzial in Österreich und es ist zu erwarten, dass diese Art der Energieerzeugung gerade für Gewerbebetriebe mit hohem Wärmebedarf und steigenden Energiekosten unumgänglich wird.

Über solare Prozesswärme haben wir hier schon mal berichtet. Auch solare Kühlung wurde bereits erklärt. Falls Sie sich damals gedacht haben: “Alles toll, aber wie kann ich so etwas umsetzen” kommt hier nun die Antwort. Der Klima und Energiefonds hat ein neues Programm aufgelegt, bei dem es nicht nur 40 % Förderung für die Investitionskosten gibt sondern auch professionelle Beratung im Vorfeld, damit keine Planungsfehler bei diesen doch oft komplexen Projekten passieren.

Es geht vor allem darum, Demonstrationsanlagen für komplexe Anwendungen zu bauen, die dann flächendeckend in Österreich eingesetzt werden können. Gefördert werden Anlagen mit einer erforderlichen Mindestgröße von 100 m² Kollektorfläche in den Bereichen:

  • Solare Prozesswärme in Produktionsbetrieben
  • Solare Einspeisung in netzgebundene Wärmeversorgungen (Mikronetze, Nah- und Fernwärmenetze)
  • Hohe solare Deckungsgrade (über 20 % am Gesamtwärmebedarf) in Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben
  • Solar unterstützte Klimatisierung und deren Kombination mit solarer Warmwasseraufbereitung und Heizung in Zeiten ohne Kühlbedarf

Für interessierte Unternehmen wurde ein Leitfaden für die Ausschreibung erstellt. Wer noch nicht so recht weiß, ob eine Anlage für seinen Betrieb in Frage kommt, kann sich vorab an die unabhängige Forschungseinrichtung AEE-Intec wenden.

WICHTIG: Die Einreichfrist läuft von 13.6.2012 – 21.9.2012 und es müssen davor Termine für die Begleitforschung in die Zeitplanung einbezogen werden. Das Sommerloch in Unternehmen eignet sich hervorragend für diese Art der Strategiearbeit.

Weitere Infos und Ansprechpartner finden Sie hier.

Solarwärme im Gespräch mit AEE Chef Werner Weiss

Werner Weiss - Geschäftsführer der AEE Intec

Wir freuen uns sehr, heute einen der echten Insider der Solarwärmebranche bei unserer Serie “Solarwärme im Gespräch” interviewen zu dürfen. Es war sehr schwierig den international gefragten Experten Werner Weiss “vor den Vorhang” zu holen, aber wir haben es geschafft. Er ist Geschäftsführer der AEE - Institut für Nachhaltige Technologien welche sich mit der Erforschung der naturwissenschaftlich-technischen Grundlagen der thermischen Solarenergienutzung beschäftigt. Auf der Website sind alle Projekte zu sehen und auch spannende Studien wie “Potenzial der Solarthermie in Europa” runterzuladen. Es wurden ähnliche Fragen wie schon in den vorangegangen Interviews mit Bernd Vogl und Robert Kanduth gestellt, damit die Antworten vergleichbarer sind.

1. Herr Weiss, Österreich ist und war ein führendes Land in Sachen Solarthermie. Trotzdem hat man das Gefühl, dass alle Welt nur mehr über Photovoltaik spricht, woran könnte das liegen?

 Historisch betrachtet lag die Solarthermie in den vergangenen 20 Jahren immer weit vor der Photovoltaik. Weltweit sind 245 GW an solarthermischer Leistung installiert, während die Photovoltaik bei nur 67 GW liegt. Wenn man allerdings die Dynamik der beiden Märkte vergleicht, so hat sich in den vergangenen 5 Jahren vor allem in Europa sehr viel verändert. Die Photovoltaik boomt und holt rasant auf, während die Solarthermie stagniert oder rückläufig ist.

In Österreich stieg die installierte Photovoltaikleistung im Jahr 2011 im Vergleich zum Jahr 2010 um 95%. Der mittlere Systempreis ist vom Jahr 2010 auf das Jahr 2011 von 4.216 Euro/kWpeak auf 3.579 Euro/kWpeak – das heißt, um 15% in einem Jahr– gesunken.

Derartige Lernkurven fehlen bei der Solarthermie. Die Systempreise sind mit rund 1.000 Euro/kW seit zehn Jahren nahezu unverändert. Diese Entwicklung hat bei privaten Investoren zu einer Preis- wie auch Flächenkonkurrenz auf den Dächern geführt.

D.h. wenn es nicht gelingt, die Preise der Solarthermie signifikant zu senken, werden die kommenden Jahre schwierig.

2. Sie beschäftigen sich sehr stark mit dem Thema Heizen und Kühlen, wo sind die Potentiale der Solarwärme langfristig in Österreich und der Welt?

Die langfristigen Potenziale der Solarthermie liegen aus meiner Sicht im Wohngebäudebereich bei Gesamtlösungen – d.h. bei Hybridsystemen, die den gesamten Wärme- und Kühlbedarf zu 100% decken. Die Solarthermie darf, wenn sie langfristig bestehen will, kein „add-on“ zu einem konventionellen Heizsystem sein, das nur 10 oder 20% des Gesamtwärmebedarfs deckt.

Kurzfristige Lösungen können Hybridsysteme bestehend aus Solarthermie und Wärmepumpen oder Solarthermie und Gasbrennwerttechnik sein, wobei die Solarthermie mehr als 50% des Wärmebedarfs decken muss. Längerfristig müssen solarthermische Systeme in Kombination mit kompakten Speichern mit hohen Energiedichten 100% decken können.

Weitere große Potenziale sehe ich im Großanlagenbereich. Das sind Anlagen für industrielle Prozesswärme sowie bei der Einspeisung von Solarwärme in Nah- und Fernwärmesysteme.

3. Welche Rahmenbedingungen bräuchte die Solarwärme in Österreich oder der EU um einen Schub nach vorne zu bekommen.

Aus meiner Sicht müssten die derzeitigen innovationshemmenden Förderungen durch ertrags- und deckungsgradabhängige Förderinstrumente ersetzt werden. Weiters wären ordnungspolitische Maßnahmen wie zB. Verpflichtungen in einigen Bereichen wünschenswert.

4. Wenn Sie ein Haus bauen würden, welches Heizsystem würden Sie einbauen und welchen Ratschlag können Sie Menschen und Unternehmen geben, die vor einer Entscheidung im Wärmebereich stehen?

Derzeit würde ich einem solaren Heizsystem in Kombination mit einer Biomasseheizung den Vorzug geben.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, den Heizwärmebedarf durch geeignete Dämmmaßnahmen auf ein möglichst geringes Maß zu reduzieren. Dieser geringe Bedarf sollte dann über erneuerbare Energien – vorzugsweise Solarthermie – gedeckt werden.

5. In welchen Unternehmen wäre der Einsatz von Solarwärmesystemen sinnvoll, was sollte man dabei beachten?

Unternehmen mit sehr großem Potenzial sehe ich in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie bei der Metalloberflächenindustrie (Galvanik), da nahezu alle Prozesse dieser Unternehmen unter 100°C ablaufen. Um dieses Potenzial zu öffnen ist es allerdings erforderlich, das Wärmeversorgungsystem der Betriebe an solarthermische Anforderungen anzupassen.

6. Wie können städtische Wärmesysteme in ein erneuerbares Zeitalter gebracht werden?

Durch die intelligente Integration von Solarthermie in städtische Fernwärmesysteme. Diese Systeme müssen mittelfristig sowohl Wärme- wie auch Stromnetze kombinieren indem beispielsweise thermische Speicher für die Solarthermie aber auch für die Abwärme aus KWK Anlagen oder für kurzfristige Überschüsse aus PV oder Windstrom genutzt werden.

Die Senkung von Netztemperaturen sowie solare Wärmegestehungskosten in der Größenordnung von 20 – 30 Euro/MWh sind weitere Voraussetzungen für eine breite Anwendung.

7. Wenn Sie sich für die Energiezukunft Österreichs etwas wünschen dürften, was wäre das?

Eine mutige und zukunftsorientierte Energiepolitik, welche die Rahmenbedingungen für einen raschen Umbau unsers Energiesystems schafft.

Weitere Interviews aus der Serie “Solarwärme im Gespräch”

Solarfrühstück im Hotel Wilhelmshof

Einladung zum Solarfrühstück im Hotel Wilhelmshof

In Wien gibt es bereits einige beachtlich große Solarwärmeanlagen. Eine davon befindet sich im 2. Bezirk am Hotel Wilhelmshof. Die Besichtigung der Anlage ist schon einmal auf grosses Interesses gestossen, der Verband Austria Solar wiederholt daher das Solarfrühstück mit Anlagenbesichtigung. Wer die zweitgrößte thermische Solaranlage auf einem Hotel in Wien live besichtigen möchte, hat beim Solarfrühstück am 13. Juni 2012 eine tolle Gelegenheit dazu!

Eingeladen sind Journalisten, Blogger, und Interessierte. Vielleicht auch der ein oder andere Hotelbesitzer, der ebenfalls diesen Schritt überlegt!  :-)

Solarfrühstück Infos

Datum: Mittwoch, 13. Juni 2012
Treffpunkt: 9 Uhr im Hotel
Adresse: Der Wilhelmshof – Wiener Hotel, Kleine Stadtgutgasse 4, 1020 Wien

Die Anmeldung zum Solarfrühstück läuft über dieses Dokument. Einfach Name und Organisation eintragen – dann kann man die Website schliessen. Die Daten werden automatisch gespeichert.

Infos zur Anlage

  • 154 m2 Kollektorfläche
  • 70.000 kWh jährlicher Solarertrag
  • Einsparung ca. 4.500 Euro/Jahr
  • Warmwasser für Hotelzimmer und Wäscherei
  • Nachheizung mit Erdgas

Bei Fragen einfach im Kommentarfeld posten oder ein Email an office@austriasolar.at.

Beste Solaridee weltweit 2012 kommt aus Österreich


Gold für Austria Solar bei Verleihungsgala 48. ADC Deutschland (Quelle: ADC Deutschland)

Wahnsinn – beim Skifahren wären Goldmedaillen für Österreich keine Überraschung. Beim Thema Werbung und Design schon. Mit dem ersten Solaren Jahresbericht, dessen Inhalt erst bei Sonnenlicht sichtbar wird, sorgt die heimische Solarwärmebranche und der Verband Austria Solar heuer in der Welt der kreativen Werber und Designer für internationales Aufsehen. Die Idee hatte die deutsche Werbeagentur Serviceplan. Damit hat es weltweit erstmals ein Solarverband in den Zenit der Design- und Werbewelt geschafft, noch dazu ein österreichischer!

Hier das VIDEO, wie der wundersame sonnengesteuerte Bericht aussieht und funktioniert!

Der Jahresbericht wurde mit 3 x Grand Prix, 16 x Gold, 4 x Silber und 3 x Bronze ausgezeichnet!

NEWS vom 20. Juni 2012:
So sehen Sieger aus: Cosimo Möller (Serviceplan), Roger Hackstock (Austria Solar), Christoph Everke (Serviceplan)
Stimmen von Jurymitgliedern und Medien:

Solarwärme im Gespräch mit Unternehmer Robert Kanduth

Solarwärme im Gespräch mit GreenOneTec CEO Robert Kanduth

Der Serie Solarwärme im Gespräch geht weiter und heute sprechen wir mit Robert Kanduth, einem der erfolgreichsten Solarunternehmer Österreichs und CEO des Kärntner Kollektorerzeugers GreenOneTec.

Herr Kanduth, Sie bekommen die gleiche Frage wie auch Bernd Vogl im letzen Interview. Österreich ist und war ein führendes Land in Sachen Solarthermie. Trotzdem hat man das Gefühl, dass alle Welt nur mehr über Photovoltaik spricht, woran könnte das liegen?

“Das ist grundsätzlich richtig. Photovoltaik ist sexy weil man Strom erzeugt, aber ich versteh’s nicht ganz, weil beide Mal produziert man kWh. Außerdem braucht man in Österreich 85% Wärme aber nur 15% Strom. Die ganze Bevölkerung möchte die 15% haben und einspeisen. Ich versteh’s  wirklich nicht, weil Solarthermie ist noch immer wesentlicher effizienter als die Photovoltaik.”

Ihr Unternehmen ist führend im Bereich der Flachkollektoren und ist aber auch im Bereich Photovoltaik aktiv. Wie sehen Sie die Entwicklungen der beiden Technologien in den nächsten Jahren?

“Es ist so: Beide Technologien haben eine Daseinsberechtigung, aber das Photovoltaikgeschäft ist derzeit wahnsinnig schwierig, weil die Chinesen mit staatlicher Förderung die Module zu Dumpingpreisen in die ganze Welt liefern. Das ist das große Problem der Photovoltaik. Das passiert uns bei der thermischen Solarenergie noch nicht, ich sage aber bewusst, noch nicht.”

Warum tritt die WTO hier nicht stärker auf?

“Normalerweise wär das der richtige Weg, aber aus irgendeinem Grund traut sich niemand hier einzugreifen. Die ganze Welt und vor allem Europa fürchtet sich vor China wie die Maus vor der Schlange. Er herrscht furchbare Angst vor der Einführung von Zöllen auch wenn die chinesischen Hersteller nachweislich mit Dumpingpreisen in den Markt eintreten. Die letzten 5 Jahre wurden satte 50 Mrd. Dollar in die Photovoltaik investiert. Die chinesische Staatsbank finanziert weltweit Projekte, die mit chinesischen Modulen gebaut werden. Europas muss munter werden denn es sind nichtmal die niedrigen Lohnkosten, sondern die massiven Subventionen durch den chinesischen Staat. Wenn China auch im Solarthermiemarkt so massiv einsteigt, wird’s schwierig für Europa.”

Welche Rahmenbedingungen bräuchte die Solarwärme in Österreich oder der EU um einen Schub nach vorne zu bekommen?

“Grundsätzlich muss sich Europa das Ziel setzen, bis 2050 energieautark zu werden. Das heißt aber auch, dass es gesetzliche Rahmenbedingungen für diesen Weg braucht. Die Solarthermie ist mittlerweile die wirtschaftlichste Möglichkeit der erneuerbaren Energien. Es gibt nichts Effizienteres als die Solarthermie. Deshalb muss es bei jedem Neubau und bei jeder Sanierung verpflichtend vorgegeben werden. Dann müsste der Staat nicht mal einen Cent in die Hand nehmen.”

Also wäre die Solarthermie auch ohne Förderung wirtschaftlich?

Ja selbstverständlich wärs wirtschaftlich, aber die Leute wollen einfach Förderungen, weils sexy ist. Man kann sagen mit Förderung rechnet sich die Anlage in acht Jahren und ohne in zwölf Jahren. Man muss hier aber wirklich längerfristig denken. Es geht eben nicht so wie bei der Industrie, dass sich jede Anschaffung in 3-4 Jahren rechnet.

Nur ein Beispiel: Wir haben erst kürzlich jene Kollektoren prüfen lassen, die vor über 20 Jahren gebaut wurden. Zehn Kollektoren von zehn unterschiedlichen Typen wurden untersucht und nicht das geringste Problem konnte festgestellt werden. Wir gehen heute von einer Lebensdauer von 40 Jahren aus. Ich kann das heute tatsächlich behaupten. Ich bin seit über 20 Jahren im Geschäft und produziere Kollektoren und auch dieser Test hat wieder bewiesen, dass es möglich ist. In den Kollektoren ist einfach nichts drinnen was kaputt wird. Die Anlage hält etwas länger als ein Dach. Natürlich müssen einzelne Komponenten wie Pumpen getauscht werden und nach 10-20 Jahren wird wohl auch mal ein Boiler kaputt, aber das sind keine massiven Kostentreiber. Es muss sich durchsetzten, dass eine Solaranlage eine Investition fürs ganze Leben ist und ich dann aber auch ein Leben lang nichts mehr tun muss für die Energie.

6. Wie sehen Sie die Entwicklungen ihres Unternehmens in den nächsten Jahren?

Wir versuchen weiter zu wachsen, aber der Markt in Europa ist seit 2008 jedes Jahr rückläufig. Es ist wahnsinnig schwierig neue Kunden zu bekommen und wir versuchen nun einfache und günstige Systeme auf den Markt zu bringen die vielleicht etwas weniger Energie bringen als hocheffiziente Kollektoren, aber dafür nur den halben Preis kosten. So wird die große Hürde der Investitionssumme geringer. Die Idee ist, dass in Zukunft wirklich jeder Haushalt eine Solaranlage hat. Der Unterschied wird nur sein, dass eine Anlage eben 90 % des Warmwassers abdeckt und die andere eben nur 65-70%.

Wissen Sie warum bei all diesen guten Voraussetzungen der Markt in Europa seit 2008 rückläufig ist?

Tja, wenn ich das nur wüsste! Es gibt so viele Studien und Ideen darüber, aber ich muss echt sagen, ich weiß es nicht. Eine Idee wäre, dass die PV so stark gewachsen ist und die Solarthermie substituiert hat. Bei der PV bekommt der Kunde eben bares Geld auf die Hand und bei der Solarthermie sind es „nur“ die Einsparungen.

Was halten Sie von der Kombination Wärmepumpe und Photovoltaik?

Ja, ist auch ein Thema, aber trotzdem produziere ich die Energie mit Photovoltaik und Wärmepumpe noch immer teurer als mit der thermischen Solarenergie. Die thermische Anlage ist immer noch die günstigere Variane. Beim Vergleich einer grösseren Anlage (etwa 100 m²) wo beide Anlagen über 20 Jahre laufen, produziert man die kWh mit Photovoltaik um 9,5 ct und mit Solarthermie um 4ct. Also auch noch wesentlich günstiger als Windenergie und vermutlich auch als neu installierte Wasserkraft.

Warum tut sich dann nicht mehr?

Das einzige Problem ist, dass ich die Anlage heute bezahlen muss und die Investitionskosten für manche zu hoch sind.

Wenn Sie ein Haus bauen würden, welches Heizsystem würden Sie einbauen und welchen Ratschlag können Sie Menschen und Unternehmen geben, die vor einer Entscheidung im Wärmebereich stehen?

Hier kann ich die Initiative Sonnenhaus empfehlen. Ich würde jedem raten eine wirklich riesige thermische Solaranlage zu installieren. Es gibt Häuser, die decken über 100% des Wärmebedarfes mit thermischen Kollektoren und großen Pufferspeichern.

Also gar kein Zweitsystem mit Pellets oder Gas für die wirklich kalten und nebeligen Tage?

Nein, nur ein System und für Notfälle einfach eine strombetriebene Heizpatrone im Pufferspeicher. Stromanschluss werden die Häuser ja auch in Zukunft haben. Diese Notfälle passieren bei einer richtig dimensionierten Anlage dann vielleicht an drei Tagen im Jahr.

Wie heizen Sie bei Ihnen zu Hause?

Ja, natürlich genau so! Ich habe bei mir privat 230 m² Sonnenkollektoren im Hang und einen 20.000 Liter Pufferspeicher. Ich decke so 95-98% des Wärmebedarfes. Das Haus ist jetzt 5 Jahre alt und zugegebenermaßen relativ groß. Bei einem normalen Einfamilienhaus würden vermutlich 100 m² reichen um dasselbe abzudecken und in all den Jahren haben wir kein einziges Mal gefroren.

Wenn Sie sich für die Energiezukunft Österreichs etwas wünschen dürften, was wäre das?

Die Österreicher brauchen eine Strategie, bis wann sie energieautark sein wollen. Die Regierung hat sich bei Veröffentlichung der 34% Ziele mit Händen und Füßen gewehrt und wollte sich lediglich auf ein 28% Ziel einlassen. Ein Jahr später sind sie draufgekommen, dass Österreich laut EU-Berechnungsmethoden ohnehin schon 30% hatte, also wollten sie bis 2020 die Erneuerbaren eigentlich abbauen. Es fehlen hier einfach echte Ambitionen. Ich würde mir wünschen, dass das Lobbying der Dinosaurier in Österreich verschwindet und dass wirklich Leute am Werk sind, die wissen wo die Zukunft liegt. Österreich sollte bis zum Jahr 2020 mindestens 40% und bis 2030 60 % aus erneuerbaren Energien erzeugen.  Mein Wunsch wäre, dass sich die Minister nicht mehr von einem Dinosaurier wie Veit Sorger von der Industriellenvereinigung (IV) beeinflussen lassen. Die Industrie selbst ist schon viel schlauer und auch innerhalb der IV gab es die letzten 3-4 Jahre einen massiven Wandel. Nur die Spitze tut noch weh, aber diese Leute werden die nächsten Jahre verschwinden. Dann wird auch die wohl wichtigste Vereinigung des Landes für die erneuerbaren Energien da sein und es wird einen riesen Knall geben.

Dieses Interview wurde auch im Fachmagazin GEBÄUDEINSTALLATION (Sept. 2012) und auf oekonews.at veröffentlicht, der online Tageszeitung für Erneuerbare Energien http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1072762

Die grössten Solarwärmeanlagen der Welt


Grösste Solarthermieanlage weltweit in Riad Quelle: APA/AAE-INTEC

Nachdem wir die grössten Solarthermieanlagen Österreichs vorgestellt haben, sind nun die weltweit grössten Anlagen an der Reihe. Hier geht es aber ausschließlich um Wärmeerzeugungsanlagen und nicht um Thermische Kraftwerke, welche in der Wüste Strom erzeugen. Die gute Nachricht gleich vorweg: Die Kollektoren der weltweit größten Anlage kommen sogar aus Österreich! Die Schlechte: Die grösste Anlage in Österreich ist mit 5.300 m² weit von der Weltspitze entfernt, wenngleich auch das unglaublich große Anlagen sind, wenn man bedenkt, dass eine Hausanlage oft nicht viel mehr als 10 m² umfasst.

1. Saudi Arabien/Riad 36.305 m²

Projekt: Princess Noura Bint Abdulrahman Universität für Frauen
Land: Saudi Arabien
Provinz: Riad
Generalunternehmer: Millenium Energy Industries (UK/JOR)
Installierte Fläche: 36.305 m²
Kollektoren: GreenOneTec (A)
Speicher: 6 x 150 m³
Leistung: 25.4 MWth
Kosten (Auftragswert Kollektoren):  € 3,6 Mio.
Kosten (Gesamtprojekt): US$ 11,5 Mrd.

2. Marstal/Aeroe: 33.365 m²

Projekt: Fernheizwerk Marstal
Land: Dänemark
Region: AEro
Kollektoren: Arcon und Sunmark (DK)
Installierte Fläche: 33.365 m²
Anzahl Kollektoren: 2.511
Zwei Gross-Speicher: 10.000 m³ und 70.000 m³
Höchstleistung: 25 MW
Jährliche Leistung: 14.500 MWh
Leistung/m²: 474 kWh/m²
Smart District Heating System mit Solar/Wärmepumpe/Hackschnitzelheizung-KWK:
a) 55% Solar-Anteil an Wärmeversorgung Marstal
b) 40 % Anteil Hackschnitzelheizung 4 MW mit ORC-Prozess 750 kWel an Wärmeversorgung Marstal
c) 4 % Anteil Wärmepumpe 1,5 MW
d) 1 % Anteil bestehender Ölkessel

Die Anlage wurde von Austria Solar Geschäftsführer Roger Hackstock im Sommer 2012 besucht, siehe: Dänemarks Sonnenseiten – ein solarer Urlaubsbericht

3. Ringkobing/Dänemark 15.024 m²

Projekt:Fernheizwerk Ringkobing
Land: Dänemark
Stadt: Ringkobing
Nettofläche: 15.024 m²
Anzahl Kollektoren: 1.200
Speicher: 1.700 m³
Höchstleistung: 10,5 MW
Jährliche Leistung: 6.838 MWh
Leistung/m²: 454 kWh/m²
Kollektoren/Generalunternehmer: Arcon (DK)
Kosten: ?

4. China/Hangzhou 13.000 m²

Projekt: Prozesswärme Textilfärbefabrik Daly Ltd
Land: China
Region: Hangzhou
Kollektoren: ?
Installierte Fläche: 13.000 m²
Leistung: 9 MWth
Projektentwickler: Shenzhen Quir Solar Technology Co., Ltd
Kosten (Gesamtsystem):~ € 1,11 Mio.

Mehr Infos zu weltweit grössten Anlage für Prozesswärme gibt es hier.

5. Sydfalster/Dänemark 12.074 m²

Projekt: Fernheizwerk Sydfalster
Land: Dänemark
Gemeinde: Sydfalster
Nettofläche: 12.075 m²
Anzahl Kollektoren: 966
Kollektorhersteller: Arcon
Leistung: ?
Kosten: ?

In weiterer Folge gibt es mittlerweile zahlreiche Anlagen, welche eine Kollektorfläche von etwa 10.000 m² aufweisen. Es ist auch klar erkennbar, dass Dänemark in diesem Bereich eine Vorreiterrolle spielt. Untenstehend dazu noch ein paar Links.

Leider sind nicht alle Anlagen gleich ausführlich beschrieben, deshalb müssen manche Felder leer bleiben. Wir freuen uns über Hinweise um die fehlenden Punkte zu ergänzen.

Weitere Infos:

 

Was ist solare Kühlung?

Solare Kühlung im Weingut Peitler (c) S.O.L.I.D/Austria Solar

Was nach einem Oxymoron klingt ist tatsächlich möglich. Kühlen mit der Kraft der Sonne – auch solares Kühlen genannt. Letzte Woche wurde die solare Prozesswärme etwas näher erklärt, heute geht es weiter mit der solaren Kühlung.

Wie solare Kühlung funktioniert

Es gibt verschiedene Arten der solaren Kühlung. Die offensichtlichste ist die Kombination einer PV-Anlage mit einer Klimaanlage, wo eben der Strom für die Anlage aus Sonnenstrom gewonnen wird. Die klassische Klimaanlage bracht aber sehr viel Strom.

Hier setzt die Alternative an, die thermische Kühlung. Jede/r kennt den Effekt, wenn man sich im Sommer mit einem Blumensprüher auf de Haut sprüht. Man fühlt sofort eine angenehme Abkühlung. Die feinen Wassertröpchen kondensieren auf der Haut und entziehen ihr dabei Wärme. Bei der solarthermischen Kühlung wird ein Kältemittel über Wasserrohre versprüht und entzieht diesen Wärme – mit dem abgekühlten Wasser wird dann das Gebäude gekühlt. Wird das Gebäude über Luft gekühlt, sprüht man Wasser in die mit Solarenergie erhitzte Zuluft, um ein angenehmes Klima in den Räumen zu erzeugen. Diese beiden Techniken sind hier genauer beschrieben.

Wo solare Kühlung verwendet wird

Gekühlt werden derzeit vor allem Bürogebäude, Laboreinrichtungen, Hotels und Industrieanlagen, vereinzelt auch Krankenhäuser, Sportcenter oder Weinkeller. Die Kosten solarer Kältemaschinen liegen bei kleinen Leistungen um 1.100 Euro pro kW Kälteleistung, ab 200 kW bei 450 Euro pro kW. Für die Zukunft werden im kleinen Leistungsbereich Kosten unter 1.000 Euro pro kW angepeilt.

Technische Infos und Planungshilfen

Wer sich für eine solare Kühlanlage interessiert kann hier alles über den aktuellen Stand der Technik nachlesen. Die Stadt Wien hat außerdem eine Planungshilfe für das solare Kühlen von Bürogebäuden herausgegeben. Weitere Leifäden zum Thema findet man ebenfalls hier auf der Webseite.

Anlagenbeispiele

Österreich hat wirklich schon einiges in diesem Bereich geleistet. Hier findet man viele derzeit in Betrieb befindliche Anlagen inkl. genauer Beschreibung zu Kühllast, Speichervolumen und Kollektorfläche. Laufend kommen neue dazu, da man langsam vom Stadium der Demoanlagen in die Verbreitung kommt.

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