Solarwärme im Gespräch mit Doris Hammermüller, der neuen Geschäftsführerin des Verbands Austria Solar

 

Doris Hammermüller M.A. (c)Renate Fuchs

1.Welchen persönlichen Bezug haben Sie zur Solarthermie?

 Ich hab schon als Kind zu Zeiten der beiden Ölkrisen von Solarwärme gehört. Als ich mir 1991 mein Haus gekauft habe, war Solarwärme aus diesem Grund  im Zuge der Gesamtsanierung des Hauses ein interessantes Thema für mich. Als ausgebildete Sozialarbeiterin bin ich erfreulicher Weise über die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie gestolpert und hab meine Solaranlage mit den Selbstbaugruppen der AEE gebaut habe. Das war eine super Sache, da ich damit ja gleich voll den Durchblick gehabt habe, wie so was funktioniert. Die Erfahrung hat dann gleich mein ganzes Leben revolutioniert und ich habe von der weiblich Sozialarbeit in die männliche Erneuerbare Energie-Szene gewechselt. Die Gratiswärme von der Sonne begeistert mich bis heute!

 2. Wie sind Sie generell auf das Thema Erneuerbare Energien gekommen?  

Ich mag Verschwendung und Abhängigkeit nicht – Ich bin mit meiner Großmutter aufgewachsen, die natürlich den Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Von ihr habe ich mir abgeschaut, dass fast alles was da ist, auch genutzt werden sollte und vieles noch einen Wert hat.

Die potentiellen Gefahren des Klimawandels haben mich schon in den 80er Jahren unruhig gemacht. Die Sanierung meines Hauses hat mich vor die Aufgabe gestellt, zu entscheiden, wie viel und wie ich überhaupt heizen will. (Passivhaus war damals noch kein Thema); also war Solarwärme die beste Option emissionsfrei und kostengünstig zu Heizen. 

3. Frauen in der Erneuerbaren Energie sind eher die Ausnahme als die Regel. Woran liegt das?

 Ich fürchte, Frauen trauen sich das immer noch zu wenig zu, da mitzureden und mitzumischen. Mädchen werden als kleine Kinder noch immer nicht an die Technik herangeführt, das drückt sich in einem späteren schwachen Selbstwert in diesem Bereich aus. Und obwohl ich mein Haus selbst saniert und meine Solaranlage selbst gebaut habe – und immer schon sehr genau gewusst habe, was ich richtig finde, habe ich zwei Jahrzehnte gebraucht, bis ich mir sicher genug war, meine Erfahrungen und Erkenntnisse auch gelernten Technikern gegenüber standhaft zu vertretetn. 

Ich find das sehr schade, denn gerade Frauen haben oft einen erfrischend pragmatischen Zugang und ein großes Interesse an Erneuerbarer Energie.

4. Wie wird sich Österreich in Zukunft im Bezug auf Energieautarkie geben?

Ja wenn ich das wüsste….. noch sieht es so aus, als ob wir auf die wirklich notwendigen Veränderungen warten müssten, was schade ist. Umso früher wir engagiert den Umbau in die Wege leiten, desto schneller können unsere Wirtschaft und unsere Umwelt von den lange überfälligen Ergebnissen profitieren. 

5. Nutzen Sie Erneuerbare Energien in Ihrem Haushalt?

Ganz viel aktive und passive Solarwärme und Holz. Und wie ich aus eigener Erfahrung seit jetzt 21 Jahren sagen kann: Solarwärme im Heizungsbereich rechnet sich immer!

6. Die Solarthermie in Österreich, eine Branche, die es schon seit Jahrzehnten gibt, hat strukturelle und Absatzprobleme. Wie glauben Sie, dass es weiter gehen wird?

 Energie- und klimapolitisch ist klar, dass die emissionsfreie und regional verfügbare solar erzeugte Wärme ein wichtiges Standbein des zukünftigen Energiesystems sein wird.     Die lang erprobte Technologiesparte, in der Österreich über viele Jahre Weltmarktführer war, wird in Zukunft bis zu 20% unserer Wärme liefern. Solarwärme im Heizungsbereich rechnet sich immer!

Was es dringend braucht, ist ein stabiles Ausbauszenario, das es erlaubt, die sonnvollen und realistischen Ziele auch umzusetzen. Solarwärme wird aus praktischen Gründen sehr oft parallel mit anderen Sanierungsmaßnahmen, wie einer Heizkessel- oder Dacherneuerung, installiert. Deshalb braucht sie zum sinnvollen Ausbau im Raumwärmebereich ein ganz massives Anreizsystem, das parallel zu Sanierungsmaßnahmen wirksam wird, da bauliche Maßnahmen meist nur ein kurzes Zeitfenster haben. Wenn dieses verpasst wird, sind meist zwei Jahrzehnte verloren.

7. Was kann die Solarthermie cool machen?

Solarenergie ist heiß – manchmal zu heiß! Wer´s ausprobiert hat, weiß das!

 8. Haben Sie einen Wunsch für die Zukunft der Branche?

Ja – Ich sehe eine österreichische Solarindustrie vor mir, die rasch und kompetent technische Lösungen für die neuen, unterschiedlichen Einsatzbereiche, wie

  • Wärmenetze
  • Solarwärme-Kombikessel für Ein- und Mehrfamilienhäuser
  • Reinigungsanlagen aller Art
  • Und bestimmt noch Vieles mehr

gemeinsam mit den jeweiligen FachexpertInnen entwickelt.

9. Und für die Zukunft von Österreichs Energielandschaft?  

Wenn Sie mich so fragen – Da sehe ich erst mal symbolisch Österreichs sonnige Wälder! – die stehen bleiben können, weil wir in immer mehr PlusEnergieHäusern wohnen werden, Solar heizen, in Bauteilen die Wärme speichern,…

Die Erneuerbare Stromproduktion hat die Oberhand gewonnen und geht einen gesunden Ausbauweg parallel mit dem Naturschutz.  

Und natürlich bewegen wir uns stetig in Richtung Erneuerbarer Energie – Die Vielfallt der Systeme sollte mit ihren jeweiligen Stärken genützt werden – Energie ist kostbar, wenn sie schadstofffrei produziert wird, dann kann sie nicht zu viel werden. Viel Energie macht uns reich- wenn sie nicht unsere Lebensgrundlagen zerstört.

 10. Wo sehen Sie sich selbst in zehn Jahren?

  • auf meinem energieautarken Bauernhof!
  • die Nachbarn im Sommer an meine Solarwärmeanlage angeschlossen
  • und vielleicht machen wir dann noch eine dörfliche Biogasanlage.

 

 

Roadmap für den Solarwärme-Erfolg

Um ein Ziel zu erreichen, muss man die Wege kennen, die zu diesem führen. Um die Wege zu finden, bedarf es einer Karte. Für die Solarthermie ist das die Roadmap Solarwärme 2020.

Quelle: Sunmark, Silkeborg Hospital

Ziel der Veranstaltung am 13.6.2013 war es, diese Roadmap auf den neuesten Stand zu bringen. Wo sind die breitesten Wege, sprich Hauptmärkte, zu finden? Was müssen wir tun, um sie in den nächsten Jahren mutig zu beschreiten?

 

 

Die Wege sind gesäumt von Gesetzen und Konkurrenten am Wärmemarkt, wie von Christian Frank von AEE Intec und Roger Hackstock von Austria Solar kurz zusammengefasst wurde. Der Gastgeber FFG und Vertreter von drei Ministerien erläuterten die Bedeutung der Roadmap für die Erneuerbaren Energie Ziele der Bundesregierung. Die Hauptwege der nächsten Jahre wurden in folgende Hauptmärkte eingeteilt:

  • Nachrüstung in Bestandsgebäuden (Massenmarkt)
  • Großanlagen
  • Export

Die Veranstaltung der Österreichischen Technologieplattform ASTTP war gut besucht, rund 30 Vertreter von Produktionsfirmen, Forschungs- und Entwicklungsstellen, Ministerien und Stake Holder fanden sich ein, um im Rahmen eines Workshops die Kernfragen für die Aktualisierung der Roadmap zu beantworten.

  • Was kann die Branche selbst für den Erfolg auf den Hauptmärkten tun?
  • Wen (Partner) bzw. was (Gesetze) benötigt die Branche dafür?
  • Was ist die konkrete Vorgehensweise, was sind die nächsten Schritte?

    Statements zur Aufgabenstellung durch Stake Holder (c) Renate Fuchs

Die Sammlung und Präsentation der Antworten zu der Aufgabenstellung lieferte ein breites Spektrum an Ideen, die intensiv diskutiert wurden.

Präsentation und Diskussion (c) Renate Fuchs

Zum Schluss wurden Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten der Ergebnisse diskutiert, der rote Faden durch alle drei Hauptmärkte zeigte:

  • Solarwärme muss ständig im Bewusstsein potenzieller Kunden und Investoren präsent gehalten werden.
  • Kostensenkungen beim Endkunden sind in allen Hauptmärkten unumgänglich
  • Alle Marktsegmente brauchen eine aktive Marktbearbeitung mit verkaufsaktiven Partnern
  • Die Komplexität muss weiter reduziert, die Bedienerfreundlichkeit erhöht werden

Die Ergebnisse des Workshops werden von der AEE Intec in die Aktualisierung der Roadmap Solarwärme 2020 eingearbeitet. Beim nächsten Workshop der ASTTP im Herbst 2013 werden die ersten Wege und Beschilderungen am Weg zum Ziel präsentiert, wie der Solarwärmemarkt wieder in Schwung gebracht werden kann.

Solarwärme im Gespräch mit Roland Düringer

© Roland Düringer, Foto: Jeff Mangione

In der Reihe unserer Interviews zur aktuellen Lage und Zukunft von Solarwärme setzen wir mit dem österreichischen Kabarettisten, Schauspieler, Querdenker und Solaranlagenbesitzer Roland Düringer fort. Die bisherigen Interviewpartner  waren: Wr. Stadtverwaltung (Bernd Vogl), Solarindustrie (Robert Kanduth), Forschung (Werner Weiss), Bundespolitik (Reinhold Mitterlehner), FEM-Tech Expertin des Monats (Sabine Putz) und Großanlagenbau (Christian Holter). 

Herr Düringer, Sie haben sich eine thermische Solaranlage aufs Dach gelegt. Warum nicht Photovoltaik, die ja in aller Munde ist?

Weil es was anderes ist. Das eine macht Wärme, das andere macht Strom. Das ist, wie wenn Sie Fragen: warum haben Sie ein Auto und kein Motorrad. Ich hab ja auch eine Photovoltaik-Anlage.

Die war zuerst da?

Nein, die Photovoltaik-Anlage hab ich jetzt erst auf meinem neuen Haus. Da hab ich 28 Quadratmeter, mach mir meine Energie selber und bin autark.

Warum vorher die Solarthermie?

Ich hab damals ein großes Haus gebaut, mit allem Schnick-Schnack, einer Pelletsheizung, großen Glasflächen und eben der Solarwärmeanlage. Dass Sonnenenergie die einzige Energie ist, die es gibt, war mir sowieso immer klar. Nur hab ich viel zu groß gebaut, wie viele Menschen, wir haben viel zu viel Raum gehabt, den man dann mit Energie versorgen muss, und mit Industriegerümpel vollfüllt. Dadurch wird Wohnen sehr teuer, man könnte aber billiger wohnen.

Sie sind ja bekannt – ist Ihre Solaranlage für Sie ein Statussymbol? Ist sie cool?

Nein, ich hab das eigentlich damals nicht so gesehen. Ich hab mir eine Pelletsheizung zugelegt, weil ich kein Öl verbrennen wollte und gut dazu passt die Sonnenenergie, die sowieso da ist. Ich war verblüfft, wie gut das funktioniert, dass man auch im Winter bei Minusgraden trotzdem Wärme ins Haus bekommt, wenn die Sonne scheint. Das ist schon toll. Die Energie ist da und geht in meinen Pufferspeicher. Ich find das nicht besonders cool oder lässig, weil so was mir vollkommen egal ist und ich es damals einfach als sinnvoll und nützlich empfunden hab um Geld zu sparen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich eine Solaranlage installieren zu lassen? Wer hat Sie auf die Idee gebracht?

Der, der mir die Anlage damals installiert hat, ein Installateur aus der Ortschaft. Der hat mir den Pelletskessel aufgestellt und gemeint, wenn ich eh einen Pufferspeicher hab’ , wäre eine Solaranlage sinnvoll. Platz hatte ich auch, meine Kollektoren liegen nicht am Dach, sondern stehen am Boden, südwestseitig, dadurch war das relativ logisch. Das einzige Problem – wie bei jeder Energie – ist die Speicherbarkeit. Wenn die Sonne im Sommer runterbrennt, steht die Solaranlage mit 90 Grad, ich brauch aber keine Wärme. Wenn es dann bewölkt ist und ich die Wärme bräuchte, kommt halt relativ wenig. Das ist halt das große Mirakel der Energie.

Sie sind vom Benzinbruder zum Naturapostel geworden, kann man sagen. Ist Ihr ökologisches Gewissen erwacht?

Nein, ich war das eigentlich immer. Auch wenn ich große amerikanische Autos daheim stehen hatte, ich hab die gesammelt als Objekte, so wie andere Sonnenbrillen sammeln. Die sind bei mir in der Garage gestanden und sind vielleicht dreimal im Jahr bewegt worden. Ich hab mit diesen Autos keinen Schmutz gemacht, das waren alte Autos aus den 1960er und 1970er Jahren, die nicht extra für mich gebaut wurden, die hat es schon gegeben. Heute hab’  ich Motorräder, mit denen fahre ich noch immer und gerne, ich hab kein schlechtes Gewissen dabei. Dafür schau ich auf andere Sachen, wo man mit Ressourcen vernünftig umgehen kann, zum Beispiel bei Lebensmittel. Die meisten Menschen glauben, die Autofahrer machen den größten Dreck, dabei sind es die Fleischesser. Ich verstehe mich als jemand, der immer schon mit der Natur gelebt hat. Darum war immer der Drang da, aufs Land zu ziehen, mit eigenem Gemüsegarten, nicht weil mir das wer gesagt hat oder weil ich einen Bewusstseinswandel gehabt hab, sondern weil es immer in mir drinnen war, der Bezug und die Liebe zur Natur.

Hatten Sie dabei keine Vorbilder?

Wenn etwas ein Vorbild für mich war, war es mein Garten. Der zeigt dir nämlich, was wirklich Sache ist, inwieweit wir nur Teil eines ganz großen Systems sind. Wenn du deine Lebensmittel aus dem Garten beziehst, ist auf einmal alles anders. Dann bist du abhängig von kosmischer Energie, vom Wind, ob der Samen will oder nicht, ob die Schnecken beim Salat ernten schneller sind als du, du bist von ganz vielen Faktoren abhängig. Das ist, was der Mensch immer war – von der Natur abhängig. Das ist auch nichts Schlechtes. Der Garten hat mich sehr viel gelehrt.

Denken Sie, dass Sie jetzt vielleicht selbst ein Vorbild sind, in Bezug auf Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energie?

Ob ich ein Vorbild bin, das weiß ich nicht. Vielleicht bin ich für manche ein Vorbild, für andere bin ich ein Feindbild, es ist mir relativ wurscht, was ich für die anderen bin. Ich probiere, meinen Weg zu gehen und möglichst wenig dem Leben im Allgemeinen zu schaden.

Wo, glauben Sie, stehen wir in Österreich in 20 Jahren – wird es viele geben, die angehalten und umgeschwenkt haben, oder werden wir stur so weitermachen wie bisher?

Ich glaub da geht es nicht um Österreich, da geht es mittlerweile um die ganze Welt, wo steht die in 20 Jahren? Das ist wie Kaffesudlesen, man kann es nicht sagen. Was ich nicht glaube, ist, dass plötzlich der große Bewusstseinswandel eintritt und die Menschen anders funktionieren und anders mit Ressourcen umgehen.  Davon darf man nicht ausgehen. Ich glaub, dass wir uns erst dann ändern, wenn es ans Eingemachte geht.

Wenn Sie sich für die Energiezukunft Österreichs etwas wünschen dürften, was wäre das?

Was meinen Sie, was ist das, Energiezukunft?

Na ja, die Energiezukunft Österreichs ist die Zukunft der Energieversorgung in Österreich.

Was ich mir da wünschen darf?

Genau.

Das wir uns nicht Gedanken darüber machen, wo unsere Energie in Zukunft her kommt, sondern dass wir uns Gedanken machen, wie wir alle miteinander weniger verbrauchen in Zukunft. Dann ist das Problem gelöst. Der hohe Benzinpreis ist nur ein Problem, wenn ich mit dem Auto fahre. Fahre ich nicht, hab ich mit dem Benzinpreis kein Problem.

 

Europäischer Tag der Sonne kehrt an seinen Ursprung zurück

Logo European Solar Days (c) ESTIF

Im Jahr 2002 hatte der Verband Austria Solar die Idee, Solarwärme durch eine Reihe von Veranstaltungen überall in Österreich bekannt zu machen. Der Tag der Sonne war geboren, der erste fand am 24. Mai 2002 statt. Schulen, Universitäten, Betriebe, Gemeinden, Energieagenturen und viele andere Organisationen zeigten an diesem Festtag der Sonne, welche enorme Energiemenge uns Tag für Tag kostenlos von der Sonne geschenkt wird und wie wir sie für Wärmezwecke nutzen können.

Die Idee machte Schule, nach zwei Jahren (2004) übernahm die Schweiz das Konzept, zwei Jahre später (2006) Deutschland. Mit einem EU-Projekt im Programm Intelligent Energy Europe gelang 2008 die Ausweitung auf 8 Länder. Dann ging es rasant, jedes Jahr kamen neue Länder hinzu. Mittlerweile feiern 19 Staaten Jahr für Jahr Anfang Mai den Europäischen Tag der Sonne.

ESTIF, der europäische Solarindustrieverband, lud auch heuer wieder zu einer Konferenz der KoordinatorInnen des Europäischen Tag der Sonne ein. Am 19. und 20. November 2012 trafen sich 25 TeilnehmerInnen aus 15 Ländern, diesmal im Ursprungsland der erfolgreichen Solar-Bewegung: in Österreich. Natürlich war auch Austria Solar als „Spiritus Rector“ des Tag der Sonne bei der Konferenz in Wien dabei. Nicht zufällig trafen sich die Solar-Experten im Hotel Wilhelmshof, wo sie die zweitgrösste Hotel-Solarwärmeanlage Wiens besichtigen konnten.

Eindrücke von der European Solar Days Konferenz (c)Renate Fuchs

Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar und Renate Fuchs als Verantwortliche für den Tag der Sonne in Österreich waren dabei und berichteten von ihren Erfahrungen und was für 2013 geplant ist. Der Austausch der anwesenden Solar-Experten von Ukraine bis Portugal, von Norwegen bis Italien war lebhaft und interessant - einige haben langjährige Erfahrung, andere sind erst seit wenigen Jahren dabei. Die landesspezifischen Unterschiede machen den Tag der Sonne in jedem Land zu einem neuen Abenteuer in Sachen soziales Marketing. Was aber alle eint, ist der Wille das kostenlose Energiegeschenk der Sonne den Menschen näher zu bringen.

Die Vorbereitung der 6. European Solar Days von 1. bis 19. Mai 2013 ist in allen Ländern bereits im Laufen, auch bei uns findet die Aktion wieder am 3. und 4. Mai 2013 statt. Wir freuen uns schon darauf und auf den Austausch bei der nächsten Konferenz!

Auf jeden Fall den Termin schon mal vormerken:

Tag der Sonne 2013 (c) Renate Fuchs

Solarwärme – was hinter der Mauer kommt, die es zu überwinden gilt

(c) Renate Fuchs

Wenn man vor einem Hindernis steht, hat man zwei Möglichkeiten.

1. Man wendet die bewährten Methoden an, um das Hindernis zu überwinden, selbst wenn man damit vielleicht nicht erfolgreich ist.

2. Man stellt die Methoden in Frage und sucht nach neuen Wegen, um über das Hindernis zu kommen.

 

 

Die Solarwärme Technologieplattform ASTTP lud am 17. Oktober 2012 zu einem Workshop um die zweite Möglichkeit auszuloten. Rund 25 Teilnehmer suchten nach neuen Wegen, um der Solarwärme künftig zum Durchbruch zu verhelfen. Der Einladung war eine bunte Gruppe aus verschiedenen Richtungen gefolgt, von Solarfirmen über Forscher bis zu Vertretern von Ministerien und Landesregierung.

Bei früheren ASTTP-Veranstaltungen waren die Teilnehmer gewohnt, in Vorträgen über Neuerungen informiert zu werden. Diesmal wurde eine andere Arbeitsweise gewählt - ganz ohne Power Point. Die Teilnehmer selbst begaben sich auf die Suche nach neuen Wegen, um Solarwärme aus drei Blickwinkeln voranzubringen:

** Solarwärme anders verordnen
** Solarwärme anders fördern
** Solarwärme anders finanzieren

Teamarbeiten (c) Renate Fuchs

Wolfgang Jilek (Landesenergiebeauftragter Stmk), Gernot Wörther (Klima- und Energiefonds) und Georg Günsberg (Berater der Wiener Stadtregierung in Sachen Erneuerbare Energien) übernahmen die Rolle von Mentoren für je einen Blickwinkel. Gemeinsam mit der Gruppe erarbeiteten sie verschiedene Ideen und Wege, wie man Solarwärme künftig anders fordern, fördern und finanzieren könnte.

Nach der Präsentation der Gruppenergebnisse wurden diese hinsichtlich Effektivität und Realisierbarkeit von den drei Mentoren kommentiert.

Präsentation und Mentorenstatement (c) Renate Fuchs

Die Reaktionen auf die Workshop-Ergebnisse aus der Gruppe waren unterschiedlich, es gab spannende Diskussionen. Die emotionale Wirkung des Workshops war aber eindeutig: Man muss weg von alten Schienen und neue Wege einschlagen, um bei Solarwärme weiter zu kommen. Den ersten Schritt sind wir beim Workshop gegangen, weitere werden folgen.

Solarwärme im Gespräch mit Forschungsleiterin Sabine Putz

Sabine Putz (c) S.O.L.i.D

In der Reihe unserer Interviews zur aktuellen Lage und Zukunft von Solarwärme setzen wir mit der Leiterin der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Firma S.O.L.I.D. fort. Sabine Putz ist eine der wenigen Technikerinnen in der Branche. Die bisherigen Interviewpartner (alles Männer) waren: Wr. Stadtverwaltung (Bernd Vogl), Solarindustrie (Robert Kanduth), Forschung (Werner Weiss), Bundespolitik (Reinhold Mitterlehner) und Großanlagenbau (Christian Holter)

 1. Erst einmal dürfen wir zum Titel “Expertin des Monats“ von FEMtech, einer Initiative des BMVIT, gratulieren.  Frauen in der Technik sind immer noch eher die Ausnahme. Was hat Sie zur Technik gebracht?

Als junges Mädchen interessierte ich mich schon immer wie Dinge funktionieren und  habe viele Fragen gestellt, bis ich wusste was ich wissen musste. Es reicht für mich nicht, dass der Strom aus der Steckdose kommt, es ist viel zu interessant zu wissen wie es dazu kommt. Ich würde also sagen mein technisches Verständnis ist eine Gabe der Natur. 

2.  Und warum gerade das Thema Solarwärme?

Nach 11 Jahren im Bereich Photovoltaik, einem kurzen Abstecher in die Medizintechnik und Metallverarbeitung, zog es mich zurück zu den alternativen Energien. Da bin ich zu Hause und sehe den Sinn meines Engagements erfüllt.

3.  Wird auf Sie in der Branche anders als auf männliche Kollegen reagiert?

Nein, nicht mehr. Frauen werden zwar bei Veranstaltungen und Projekten immer als Anwesende hervorgehoben, aber nicht anders behandelt. Vor 15 Jahren, als ich noch in der Photovoltaik beheimatet war, ist es mir allerdings öfter passiert. Bei Messen und Konferenzen wurde ich oft mal Kaffee holen geschickt, weil man nicht annahm, dass ich die zuständige Technikerin bin.

4. Sehen Sie einen Bedarf an mehr Frauen in technischen Berufen?

Natürlich. Ich finde allerdings, dass sich nur interessierte Frauen technischen Berufen zuwenden sollen, und nicht solche, die guten Verdienst wittern oder mehr Gender-Anerkennung wünschen.

5. Herrscht im Bereich der Erneuerbaren Energien eine höhere Akzeptanz gegenüber Technikerinnen?

In der Erneuerbare Energie Branche sehe ich heute keine Ungleichbehandlung – im Gegenteil, man freut sich über weibliche Beteiligung und die Akzeptanz ist gross.

6. Sie leiten bei S.O.L.I.D. den Bereich Forschung und Entwicklung. Welche großen Forschungsziele verfolgt Ihr Unternehmen?

Wir sind seit Jahren bemüht die Branche zu aktivieren, weil wir lange alleine auf weiter Flur im Bereich Grosssolaranlagen waren. Wir arbeiten in vielen Forschungsprojekten mit, die zum Ziel haben Erneuerbare Energie und speziell Solarthermie in Gebieten zu verbreiten, in denen sie gänzlich unbewusst ist. Derzeit arbeiten wir an 15 Forschungsprojekten (5 europäische, 3 IEA Tasks und 7 nationale). Die Themen reichen von Speichertechnologien über solare Kühlung bis solare Prozesswärme/kälte. Die grossen Ziele für die nächsten Jahre sind Fassadenintegration, Vakuumflachkollektortechnologie, optimierte und massgeschneiderte Lösungen für Grossanlagen und Saisonalspeicher wie in Dänemark .

7. Haben Sie ein persönliches Lieblingsprojekt, an dem Sie arbeiten oder gerne arbeiten würden?

Ich hab das Glück ein sehr innovatives Projekt zu leiten, das in Kürze vom Stapel geht. 10.000 Quadratmeter Solarthermie, die neben industrieller Abwärme einen 65.000 Kubikmeter (!) Saisonalspeicher speisen werden, dessen Wärme einen Stadtteil von Graz im Winter versorgen soll. Somit hab ich keine weiteren grossen Wünsche. 

8. Wohin geht die technische Entwicklung? Bleibt es bei der klassischen Wärme- und Warmwassererzeugung oder geht es auch in neue Richtungen?

Die Richtung geht ganz klar in Richtung solare Prozesswärme und Kälte. Solare Kühlung ist nur in klimatisch begünstigten Gebieten von Vorteil, deswegen ist unser dahingehend Engagement auch ausserhalb von Europa. Kombianlagen und Netzeinspeisung sind zwei weitere grosse Themen.

9. Wo sehen Sie die  Solarwärme technisch in 20 Jahren?

Kunststoffe werden den bekannten Werkstoffen den Rang ablaufen. Automatisiertes Betreiben und Überwachen wird ein gutes Instrument sein um Investitionen begründen zu können und noch viel wichtiger: im Bereich der Speicherung von Wärme wird´s die grössten Fortschritte geben. Zur Zeit kostet die Planung und Auslegung von Solaren Grossanlagen noch viel Geld, ich hoffe in 20 Jahren wird auch dies automatisiert werden.

10.  Wenn Sie sich für die Energiezukunft Österreichs etwas wünschen dürften, was wäre das?

Erst mal Umdenken im Eigenverbrauch von Energie durch zwingende politische Massnahmen zu bewirken. Gefolgt von alternativen Energieprojekten, die auch ohne hohe Förderung gebaut werden können und MÜSSEN – auch hier sehe ich zwingende Massnahmen für notwendig. Nicht nur der Häuslbauer soll gezwungen werden alternativ Energie zu erzeugen, auch die Industrie muss zwangsbeGLÜCKt werden! 

Wenn Austria Solar es groß anlegt….

Die Teilnehmer des Workshops “Solare Großanlagen” (c)Renate Fuchs

Solarwärmeanlagen im Einfamilienhaus sind der Klassiker. Dass man Solarwärme auch weit darüber hinaus in Form von Großanlagen nutzen kann, ist noch zu wenig bekannt. Austria Solar und der Klima- und Energiefonds luden daher am 11.9.2012 eine branchenübergreifend bestückte Runde zu einem Großanlagen-Workshop ein.

Vertreter vieler Unternehmen und Organisationen engagierten sich gemeinsam zu dem Thema Solare Großanlagen (c)Renate Fuchs

Die Teilnehmerliste hätte nicht umfassender sein können: Vertreter von Solarwärme, Anlagenbau, Energieversorgern, Banken, Forschungsinstituten und Förderungsstellen fanden sich zur Diskussion der unterschiedlichen Aspekte von Großanlagen zusammen. Großanlagen haben eine Kollektorfläche von zumindest 500 m² und werden im Bereich der Fernwärmeversorgung, bei Industrieprozessen oder zur Klimatisierung von Gebäuden eingesetzt.

Die branchenübergreifende Mischung der Teilnehmer und die Art, wie das Thema aufgearbeitet wurde, ließ eine eigene Dynamik entstehen. Dabei wurde ein neues Veranstaltungskonzept erprobt, das bei den Teilnehmern maximale Lernprozesse bewirkt, den Austausch fördert und gänzlich ohne Power Point auskommt.

Auseinandersetzung mit dem Thema anhand einer bereits gebauten Anlage, sowie der Fragestellung eines konkreten Interessenten aus der Lebensmittelindustrie (c)Renate Fuchs

Gefordert wurden die Teilnehmer, als gegen Ende des Treffens eine Überraschung präsentiert wurde: in Form einer Videoeinspielung stellte ein Vertreter eines global tätigen Getränkeherstellers einen ganz konkreten Bedarf an Solarwärme für sein Unternehmen vor. Die Workshopteilnehmer hatten damit die Möglichkeit, an einem realen Beispiel branchenübergreifend über eine solarthermische Großanlage zu diskutieren. Es zeigte sich, dass bei solchen Projekten eine Zusammenarbeit der verschiedenen Branchen praktisch unabdingbar ist.

Der Workshop zeigte, dass nicht nur ein großer Bedarf nach Solaren Großanlagen besteht, sondern auch der Wille und die Kompetenz der Branche diesen zu decken. Der Solarwärme steht im wahrsten Sinne des Wortes Grosses bevor, wie es aussieht …

Als Neuling bei der GLEISDORF SOLAR 2012

Als “Neuzugang” in der Solarwärme-Branche hatte ich, Renate Fuchs, am 12.9.2012  Gelegenheit, an DER internationalen Veranstaltung zum Thema Solare Wärme teilzunehmen:

Die GLEISDORF SOLAR 2012

Impressionen aus Gleisdorf (c)Renate Fuchs

In Gleisdorf, einem malerischen Ort 20 km östlich von Graz, fallen dem unbedarften Besucher zahlreiche Solaranlagen und Photovoltaikpanele auf, die im öffentlichen Raum Energie für verschiedene Zwecke liefern.

Eigentlich kein Wunder, denn in Gleisdorf ist die AEE INTEC zuhause, das österreichische Wissenszentrum für Solarenergie.Diese Organisation lädt alle zwei Jahre zur internationalen Konferenz GLEISDORF SOLAR, heuer bereits zum zehnten Mal. Und Austria Solar ist seit Jahren Mitveranstalter.

In den historischen Räumlichkeiten eines alten Klosters kommen Vertreter der Branche zusammen: Hersteller, Anwender, Forscher und Förderstellen. Die Veranstalter zählten 280 Teilnehmer aus 19 Ländern!

Impressionen von der Gleisdorf Solar 2012 (c)Renate Fuchs

Heuer durfte ich auch mal Gleisdorf-Luft schnuppern, um dieses spezielle Klima vor Ort kennen zu lernen. Das wichtigste hier ist Informationen einholen und Kontakte pflegen, das fiel mir sofort auf. Ambiente und Tagungsablauf laden zum Zusammenstehen und Austauschen ein, das wird auch kräftig genutzt.Die Stimmung war – sagen wir geteilt: wo es um Eigenheime geht, den Massenmarkt also, war sie eher gedämpft. Bei Grossanlagen beginnen die Augen vieler zu leuchten, da herrscht Aufbruchstimmung. Grossanlagen waren ein Tagungsschwerpunkt, da wurden viele tolle Projekte präsentiert. Auch jene Großanlage (Fernwärme Marstal, Dänemark), die Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar, vor kurzem besuchte.

Am spannendsten fand ich einen Vortrag, der dazu aufrief Gewohntes über Bord zu werfen und völlig Neues zu wagen: Sachen wie Betonkollektor, Solarwand, Kollektorskulpturen. Überraschend fand ich auch, dass Vakuumdämmung bis 10 mal besser sein kann als herkömmliche Dämmung. Da ist noch viel drin, denke ich. Toll war bei der Gelegenheit jene Leute persönlich kennen zu lernen, die ich ansonst nur von Mail und Telefon kenne.

Ich hatte das Gefühl bei allen willkommen zu sein, auch wenn ich eine von den Neulingen bin. Da tragen viele die Sonne im Herzen! :-)

Sonne in Dalmatien oder Solare Urlaubseindrücke

Apartmenthaussiedlung mit Solaranlagen, Mittel-Dalmatien (c)Renate Fuchs

Auch Austria Solar, namentlich meine Person (Renate Fuchs) hat einen Sommerurlaub genossen. Ziel war Mitteldalmatien, südlich von Split, einem der schönsten Küstenstriche Kroatiens. Und ich kam nicht umhin, auch hier Solaranlagen zu entdecken.

Solaranlagen in einer Apartmenthaussiedlung (c) Renate Fuchs

Auch wenn manche von ihnen eher einfacherer Bauart sind:

Duschwasserheizung via Sonnenenergie in Kastela/Dalmatien (c)Renate Fuchs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kroatien ist ein ideales Land für Erneuerbare Energie. Kein Land in Europa hat mehr Sonnenstunden pro Jahr – ideal für die Nutzung von Sonnenenergie. Und kaum ein europäisches Land hat mehr Küstengebiet im Verhältnis zur Gesamtfläche. Die Nord-Süd-Erstreckung wiederum begünstigt konstante Windverhältnisse, die Jahr für Jahr neue Windparks aus dem Boden sprießen lassen. Zusätzlich bieten Thermenlinien, reichhaltige Biomassevorkommen und die Notwendigkeit einer Neuorganisation der Abfallwirtschaft reichlich technisches Potenzial für Erdwärme, Biogasproduktion und Fernwärme mittels Müllverbrennung.

Aber vor allem die Nutzung der Sonnenenergie für den Wärmebedarf bietet sich an, bevorzugt in Dalmatien, wo die winterlichen Temperaturen so gut wie nie unter Null Grad fallen. Damit erspart man sich die Beigabe von Frostschutzmitteln im Solarkreis.

Die Nutzung von Solarenergie ist besonders für Einfamilien- und Apartmenthausbesitzer interessant. Entsprechende Förderungen laden ein, hier zu investieren. Die Amortisationszeiten sind recht kurz, da die Solarwärme meistens Strom ersetzt, selten auch Gas aus Gasflaschen, da es so gut wie kein regionales Gasnetz gibt.

Für österreichische Unternehmen müsste es daher aus meiner Sicht attraktiv sein, sich in Dalmatien zu engagieren. Es wird mich freuen, nächstes Jahr im Urlaub noch viel mehr Solaranlagen auf den Dächern und in den Siedlungen zu sehen.

Dänemarks Sonnenseiten – ein solarer Urlaubsbericht

(c)Bios Bioenergysysteme

Was schaut man sich im Urlaub an? Die zweitgrösste Solarwärmeanlage der Welt! Die größte Anlage steht bekanntlich in Saudi-Arabien mit 36.000 m2 Kollektorfläche. Die nächstgrösste steht in … Dänemark! Ja, so nördlich kann man noch sinnvoll die Sonne nutzen, man glaubt es kaum.

Das musste ich, Roger Hackstock, als Austria Solar Geschäftsführer, natürlich live sehen und bin mit der Familie nach Skandinavien aufgebrochen, um die Insel Ærø zu besuchen. Im Ort Marstal gibt es 33.000 m2 Sonnenkollektoren, die 55 Prozent der Wärmeversorgung des ganzen Ortes übernehmen. 40 Prozent deckt die Biomasse-KWK ab, 4 Prozent eine Wärmepumpe und 1 Prozent ein alter Ölkessel für Winterspitzen.

Sunmark Marstal District Heating Plant (c)Solarmarstal

Das ganze nennt sich Smart District Heating und funktioniert so: bei Stromüberschuss im Netz = negative Preise an der Strombörse (wer Strom verbraucht bekommt Geld) wird die Wärmepumpe angeworfen und liefert aus dem Speicher Wärme direkt ins Fernwärmenetz. Bei Spitzenpreisen für Strom läuft die Biomasse-KWK als Stromproduzent und schiebt die Abwärme in den Speicher. Bei Sonne läuft die Solaranlage. Wenn gar nichts geht, springt der Ölkessel ein. Dafür wurde die bestehende 18.365 m2 Solaranlage mit 10.000 Kubikmeter Speicher im heurigen Frühjahr um weitere 15.000 m2 Kollektoren und einen 75.000 Kubikmeter Speicher ergänzt.

Links oben: Baugrube - rechts oben: Wärmespeicher halb gefüllt - links unten: gefüllter Speicher mit Wartungsboot - rechts unten: isolierende Wärmespeicherabdeckung (c)Knud Nielsen

Der 4 Megawatt Biomasse-Fernwärmekessel wurde um einen 750 kW ORC-Prozess zur Stromerzeugung ergänzt. Die Großwärmepumpe hat 1,5 Megawatt. Das Holz für den Biomassekessel kommt aus Estland, in Dänemark gibt es zuwenig Wald dafür. Weil ich schon auf der Insel war bin ich auch in den idyllischen „Märchenort“ Ærøskøbing gefahren und hab die 7.000 m2 Solaranlage am Ort besucht.

Großanlage in Ærøskøbing (c)Roger Hackstock

In Dänemark sind sie dabei, den Bestand an Solaren Fernwärmeanlagen in den nächsten zwei Jahren zu verdoppeln! Da geht die Post ab, wie man auf der Karte sieht. Österreich liegt 1.000 Kilometer südlicher als Dänemark – das müsste eigentlich auch bei uns gehen!

(c)http://www.solar-district-heating.eu