Solarwärme im Gespräch mit Doris Hammermüller, der neuen Geschäftsführerin des Verbands Austria Solar

 

Doris Hammermüller M.A. (c)Renate Fuchs

1.Welchen persönlichen Bezug haben Sie zur Solarthermie?

 Ich hab schon als Kind zu Zeiten der beiden Ölkrisen von Solarwärme gehört. Als ich mir 1991 mein Haus gekauft habe, war Solarwärme aus diesem Grund  im Zuge der Gesamtsanierung des Hauses ein interessantes Thema für mich. Als ausgebildete Sozialarbeiterin bin ich erfreulicher Weise über die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie gestolpert und hab meine Solaranlage mit den Selbstbaugruppen der AEE gebaut habe. Das war eine super Sache, da ich damit ja gleich voll den Durchblick gehabt habe, wie so was funktioniert. Die Erfahrung hat dann gleich mein ganzes Leben revolutioniert und ich habe von der weiblich Sozialarbeit in die männliche Erneuerbare Energie-Szene gewechselt. Die Gratiswärme von der Sonne begeistert mich bis heute!

 2. Wie sind Sie generell auf das Thema Erneuerbare Energien gekommen?  

Ich mag Verschwendung und Abhängigkeit nicht – Ich bin mit meiner Großmutter aufgewachsen, die natürlich den Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Von ihr habe ich mir abgeschaut, dass fast alles was da ist, auch genutzt werden sollte und vieles noch einen Wert hat.

Die potentiellen Gefahren des Klimawandels haben mich schon in den 80er Jahren unruhig gemacht. Die Sanierung meines Hauses hat mich vor die Aufgabe gestellt, zu entscheiden, wie viel und wie ich überhaupt heizen will. (Passivhaus war damals noch kein Thema); also war Solarwärme die beste Option emissionsfrei und kostengünstig zu Heizen. 

3. Frauen in der Erneuerbaren Energie sind eher die Ausnahme als die Regel. Woran liegt das?

 Ich fürchte, Frauen trauen sich das immer noch zu wenig zu, da mitzureden und mitzumischen. Mädchen werden als kleine Kinder noch immer nicht an die Technik herangeführt, das drückt sich in einem späteren schwachen Selbstwert in diesem Bereich aus. Und obwohl ich mein Haus selbst saniert und meine Solaranlage selbst gebaut habe – und immer schon sehr genau gewusst habe, was ich richtig finde, habe ich zwei Jahrzehnte gebraucht, bis ich mir sicher genug war, meine Erfahrungen und Erkenntnisse auch gelernten Technikern gegenüber standhaft zu vertretetn. 

Ich find das sehr schade, denn gerade Frauen haben oft einen erfrischend pragmatischen Zugang und ein großes Interesse an Erneuerbarer Energie.

4. Wie wird sich Österreich in Zukunft im Bezug auf Energieautarkie geben?

Ja wenn ich das wüsste….. noch sieht es so aus, als ob wir auf die wirklich notwendigen Veränderungen warten müssten, was schade ist. Umso früher wir engagiert den Umbau in die Wege leiten, desto schneller können unsere Wirtschaft und unsere Umwelt von den lange überfälligen Ergebnissen profitieren. 

5. Nutzen Sie Erneuerbare Energien in Ihrem Haushalt?

Ganz viel aktive und passive Solarwärme und Holz. Und wie ich aus eigener Erfahrung seit jetzt 21 Jahren sagen kann: Solarwärme im Heizungsbereich rechnet sich immer!

6. Die Solarthermie in Österreich, eine Branche, die es schon seit Jahrzehnten gibt, hat strukturelle und Absatzprobleme. Wie glauben Sie, dass es weiter gehen wird?

 Energie- und klimapolitisch ist klar, dass die emissionsfreie und regional verfügbare solar erzeugte Wärme ein wichtiges Standbein des zukünftigen Energiesystems sein wird.     Die lang erprobte Technologiesparte, in der Österreich über viele Jahre Weltmarktführer war, wird in Zukunft bis zu 20% unserer Wärme liefern. Solarwärme im Heizungsbereich rechnet sich immer!

Was es dringend braucht, ist ein stabiles Ausbauszenario, das es erlaubt, die sonnvollen und realistischen Ziele auch umzusetzen. Solarwärme wird aus praktischen Gründen sehr oft parallel mit anderen Sanierungsmaßnahmen, wie einer Heizkessel- oder Dacherneuerung, installiert. Deshalb braucht sie zum sinnvollen Ausbau im Raumwärmebereich ein ganz massives Anreizsystem, das parallel zu Sanierungsmaßnahmen wirksam wird, da bauliche Maßnahmen meist nur ein kurzes Zeitfenster haben. Wenn dieses verpasst wird, sind meist zwei Jahrzehnte verloren.

7. Was kann die Solarthermie cool machen?

Solarenergie ist heiß – manchmal zu heiß! Wer´s ausprobiert hat, weiß das!

 8. Haben Sie einen Wunsch für die Zukunft der Branche?

Ja – Ich sehe eine österreichische Solarindustrie vor mir, die rasch und kompetent technische Lösungen für die neuen, unterschiedlichen Einsatzbereiche, wie

  • Wärmenetze
  • Solarwärme-Kombikessel für Ein- und Mehrfamilienhäuser
  • Reinigungsanlagen aller Art
  • Und bestimmt noch Vieles mehr

gemeinsam mit den jeweiligen FachexpertInnen entwickelt.

9. Und für die Zukunft von Österreichs Energielandschaft?  

Wenn Sie mich so fragen – Da sehe ich erst mal symbolisch Österreichs sonnige Wälder! – die stehen bleiben können, weil wir in immer mehr PlusEnergieHäusern wohnen werden, Solar heizen, in Bauteilen die Wärme speichern,…

Die Erneuerbare Stromproduktion hat die Oberhand gewonnen und geht einen gesunden Ausbauweg parallel mit dem Naturschutz.  

Und natürlich bewegen wir uns stetig in Richtung Erneuerbarer Energie – Die Vielfallt der Systeme sollte mit ihren jeweiligen Stärken genützt werden – Energie ist kostbar, wenn sie schadstofffrei produziert wird, dann kann sie nicht zu viel werden. Viel Energie macht uns reich- wenn sie nicht unsere Lebensgrundlagen zerstört.

 10. Wo sehen Sie sich selbst in zehn Jahren?

  • auf meinem energieautarken Bauernhof!
  • die Nachbarn im Sommer an meine Solarwärmeanlage angeschlossen
  • und vielleicht machen wir dann noch eine dörfliche Biogasanlage.

 

 

Roadmap für den Solarwärme-Erfolg

Um ein Ziel zu erreichen, muss man die Wege kennen, die zu diesem führen. Um die Wege zu finden, bedarf es einer Karte. Für die Solarthermie ist das die Roadmap Solarwärme 2020.

Quelle: Sunmark, Silkeborg Hospital

Ziel der Veranstaltung am 13.6.2013 war es, diese Roadmap auf den neuesten Stand zu bringen. Wo sind die breitesten Wege, sprich Hauptmärkte, zu finden? Was müssen wir tun, um sie in den nächsten Jahren mutig zu beschreiten?

 

 

Die Wege sind gesäumt von Gesetzen und Konkurrenten am Wärmemarkt, wie von Christian Frank von AEE Intec und Roger Hackstock von Austria Solar kurz zusammengefasst wurde. Der Gastgeber FFG und Vertreter von drei Ministerien erläuterten die Bedeutung der Roadmap für die Erneuerbaren Energie Ziele der Bundesregierung. Die Hauptwege der nächsten Jahre wurden in folgende Hauptmärkte eingeteilt:

  • Nachrüstung in Bestandsgebäuden (Massenmarkt)
  • Großanlagen
  • Export

Die Veranstaltung der Österreichischen Technologieplattform ASTTP war gut besucht, rund 30 Vertreter von Produktionsfirmen, Forschungs- und Entwicklungsstellen, Ministerien und Stake Holder fanden sich ein, um im Rahmen eines Workshops die Kernfragen für die Aktualisierung der Roadmap zu beantworten.

  • Was kann die Branche selbst für den Erfolg auf den Hauptmärkten tun?
  • Wen (Partner) bzw. was (Gesetze) benötigt die Branche dafür?
  • Was ist die konkrete Vorgehensweise, was sind die nächsten Schritte?

    Statements zur Aufgabenstellung durch Stake Holder (c) Renate Fuchs

Die Sammlung und Präsentation der Antworten zu der Aufgabenstellung lieferte ein breites Spektrum an Ideen, die intensiv diskutiert wurden.

Präsentation und Diskussion (c) Renate Fuchs

Zum Schluss wurden Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten der Ergebnisse diskutiert, der rote Faden durch alle drei Hauptmärkte zeigte:

  • Solarwärme muss ständig im Bewusstsein potenzieller Kunden und Investoren präsent gehalten werden.
  • Kostensenkungen beim Endkunden sind in allen Hauptmärkten unumgänglich
  • Alle Marktsegmente brauchen eine aktive Marktbearbeitung mit verkaufsaktiven Partnern
  • Die Komplexität muss weiter reduziert, die Bedienerfreundlichkeit erhöht werden

Die Ergebnisse des Workshops werden von der AEE Intec in die Aktualisierung der Roadmap Solarwärme 2020 eingearbeitet. Beim nächsten Workshop der ASTTP im Herbst 2013 werden die ersten Wege und Beschilderungen am Weg zum Ziel präsentiert, wie der Solarwärmemarkt wieder in Schwung gebracht werden kann.

Solarwärme im Gespräch mit Roland Düringer

© Roland Düringer, Foto: Jeff Mangione

In der Reihe unserer Interviews zur aktuellen Lage und Zukunft von Solarwärme setzen wir mit dem österreichischen Kabarettisten, Schauspieler, Querdenker und Solaranlagenbesitzer Roland Düringer fort. Die bisherigen Interviewpartner  waren: Wr. Stadtverwaltung (Bernd Vogl), Solarindustrie (Robert Kanduth), Forschung (Werner Weiss), Bundespolitik (Reinhold Mitterlehner), FEM-Tech Expertin des Monats (Sabine Putz) und Großanlagenbau (Christian Holter). 

Herr Düringer, Sie haben sich eine thermische Solaranlage aufs Dach gelegt. Warum nicht Photovoltaik, die ja in aller Munde ist?

Weil es was anderes ist. Das eine macht Wärme, das andere macht Strom. Das ist, wie wenn Sie Fragen: warum haben Sie ein Auto und kein Motorrad. Ich hab ja auch eine Photovoltaik-Anlage.

Die war zuerst da?

Nein, die Photovoltaik-Anlage hab ich jetzt erst auf meinem neuen Haus. Da hab ich 28 Quadratmeter, mach mir meine Energie selber und bin autark.

Warum vorher die Solarthermie?

Ich hab damals ein großes Haus gebaut, mit allem Schnick-Schnack, einer Pelletsheizung, großen Glasflächen und eben der Solarwärmeanlage. Dass Sonnenenergie die einzige Energie ist, die es gibt, war mir sowieso immer klar. Nur hab ich viel zu groß gebaut, wie viele Menschen, wir haben viel zu viel Raum gehabt, den man dann mit Energie versorgen muss, und mit Industriegerümpel vollfüllt. Dadurch wird Wohnen sehr teuer, man könnte aber billiger wohnen.

Sie sind ja bekannt – ist Ihre Solaranlage für Sie ein Statussymbol? Ist sie cool?

Nein, ich hab das eigentlich damals nicht so gesehen. Ich hab mir eine Pelletsheizung zugelegt, weil ich kein Öl verbrennen wollte und gut dazu passt die Sonnenenergie, die sowieso da ist. Ich war verblüfft, wie gut das funktioniert, dass man auch im Winter bei Minusgraden trotzdem Wärme ins Haus bekommt, wenn die Sonne scheint. Das ist schon toll. Die Energie ist da und geht in meinen Pufferspeicher. Ich find das nicht besonders cool oder lässig, weil so was mir vollkommen egal ist und ich es damals einfach als sinnvoll und nützlich empfunden hab um Geld zu sparen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich eine Solaranlage installieren zu lassen? Wer hat Sie auf die Idee gebracht?

Der, der mir die Anlage damals installiert hat, ein Installateur aus der Ortschaft. Der hat mir den Pelletskessel aufgestellt und gemeint, wenn ich eh einen Pufferspeicher hab’ , wäre eine Solaranlage sinnvoll. Platz hatte ich auch, meine Kollektoren liegen nicht am Dach, sondern stehen am Boden, südwestseitig, dadurch war das relativ logisch. Das einzige Problem – wie bei jeder Energie – ist die Speicherbarkeit. Wenn die Sonne im Sommer runterbrennt, steht die Solaranlage mit 90 Grad, ich brauch aber keine Wärme. Wenn es dann bewölkt ist und ich die Wärme bräuchte, kommt halt relativ wenig. Das ist halt das große Mirakel der Energie.

Sie sind vom Benzinbruder zum Naturapostel geworden, kann man sagen. Ist Ihr ökologisches Gewissen erwacht?

Nein, ich war das eigentlich immer. Auch wenn ich große amerikanische Autos daheim stehen hatte, ich hab die gesammelt als Objekte, so wie andere Sonnenbrillen sammeln. Die sind bei mir in der Garage gestanden und sind vielleicht dreimal im Jahr bewegt worden. Ich hab mit diesen Autos keinen Schmutz gemacht, das waren alte Autos aus den 1960er und 1970er Jahren, die nicht extra für mich gebaut wurden, die hat es schon gegeben. Heute hab’  ich Motorräder, mit denen fahre ich noch immer und gerne, ich hab kein schlechtes Gewissen dabei. Dafür schau ich auf andere Sachen, wo man mit Ressourcen vernünftig umgehen kann, zum Beispiel bei Lebensmittel. Die meisten Menschen glauben, die Autofahrer machen den größten Dreck, dabei sind es die Fleischesser. Ich verstehe mich als jemand, der immer schon mit der Natur gelebt hat. Darum war immer der Drang da, aufs Land zu ziehen, mit eigenem Gemüsegarten, nicht weil mir das wer gesagt hat oder weil ich einen Bewusstseinswandel gehabt hab, sondern weil es immer in mir drinnen war, der Bezug und die Liebe zur Natur.

Hatten Sie dabei keine Vorbilder?

Wenn etwas ein Vorbild für mich war, war es mein Garten. Der zeigt dir nämlich, was wirklich Sache ist, inwieweit wir nur Teil eines ganz großen Systems sind. Wenn du deine Lebensmittel aus dem Garten beziehst, ist auf einmal alles anders. Dann bist du abhängig von kosmischer Energie, vom Wind, ob der Samen will oder nicht, ob die Schnecken beim Salat ernten schneller sind als du, du bist von ganz vielen Faktoren abhängig. Das ist, was der Mensch immer war – von der Natur abhängig. Das ist auch nichts Schlechtes. Der Garten hat mich sehr viel gelehrt.

Denken Sie, dass Sie jetzt vielleicht selbst ein Vorbild sind, in Bezug auf Nachhaltigkeit und Erneuerbare Energie?

Ob ich ein Vorbild bin, das weiß ich nicht. Vielleicht bin ich für manche ein Vorbild, für andere bin ich ein Feindbild, es ist mir relativ wurscht, was ich für die anderen bin. Ich probiere, meinen Weg zu gehen und möglichst wenig dem Leben im Allgemeinen zu schaden.

Wo, glauben Sie, stehen wir in Österreich in 20 Jahren – wird es viele geben, die angehalten und umgeschwenkt haben, oder werden wir stur so weitermachen wie bisher?

Ich glaub da geht es nicht um Österreich, da geht es mittlerweile um die ganze Welt, wo steht die in 20 Jahren? Das ist wie Kaffesudlesen, man kann es nicht sagen. Was ich nicht glaube, ist, dass plötzlich der große Bewusstseinswandel eintritt und die Menschen anders funktionieren und anders mit Ressourcen umgehen.  Davon darf man nicht ausgehen. Ich glaub, dass wir uns erst dann ändern, wenn es ans Eingemachte geht.

Wenn Sie sich für die Energiezukunft Österreichs etwas wünschen dürften, was wäre das?

Was meinen Sie, was ist das, Energiezukunft?

Na ja, die Energiezukunft Österreichs ist die Zukunft der Energieversorgung in Österreich.

Was ich mir da wünschen darf?

Genau.

Das wir uns nicht Gedanken darüber machen, wo unsere Energie in Zukunft her kommt, sondern dass wir uns Gedanken machen, wie wir alle miteinander weniger verbrauchen in Zukunft. Dann ist das Problem gelöst. Der hohe Benzinpreis ist nur ein Problem, wenn ich mit dem Auto fahre. Fahre ich nicht, hab ich mit dem Benzinpreis kein Problem.

 

Meine Solaranlage und ich – ein Abenteuer im Burgenland

Es war an einem heißen Sommertag im August 2011. Ich hatte gerade eine Presseaussendung verschickt, wie absurd es sei, dass trotz Tropenhitze im ganzen Land 1,6 Millionen Kessel liefen um warmes Wasser zu produzieren. Viele davon waren mit Öl oder Gas befeuert und mehr als 30 Jahre alt, ein Energie-Wahnsinn sondergleichen. So wie im Haus meiner Schwiegermutter, in dem ich mich gerade aufhielt. So geht das nicht weiter, sagte ich zu meiner Frau, wir brauchen eine Solaranlage! Wundert mich, dass dir das jetzt erst einfällt, war ihre Antwort.

Die 30 Jahre alte Gasheizung (c)Roger Hackstock

Das Haus steht im Südburgenland, also wandte ich mich an den Innungsmeister, sozusagen den obersten Installateur im Bundesland, ob er so eine Anlage installieren kann. Selbstverständlich, meinte er, bei der alten Gasheizung mache das aber keinen Sinn, die müsste raus. Beim ersten Anbot für eine neue Gasbrennwertheizung mit Solaranlage – mit Holz heizt schon der Küchenherd – brauchte ich einen Schnaps. Soviel kostet das, damit hatte ich nicht gerechnet! Der Familienrat trat zusammen, wir entschieden uns schließlich doch für die große Lösung: eine solare Heizungsunterstützung! 20 Quadratmeter Kollektoren und ein 1.000 Liter Speicher sollten mindestens ein halbes Jahr komplett die Wärmeversorgung übernehmen.

20 m2 Kollektoren sonnen sich am Dach (c)Manfred Strobl

Beim Einbau merkten wir dann wie niedrig der Keller war und mussten auf 750 Liter Speicher reduzieren. Als Geschäftsführer von Austria Solar durfte ich keine Firma bevorzugen, also verlangte ich einfach das Austria Solar Gütesiegel! Damit kamen 25 Anbieter in Frage. Natürlich wollte ich ganz bescheiden die beste Solaranlage des Burgenlandes, also griff ich auf das Know-how der AEE INTEC zurück. Drei Monate lang tüftelten sie gemeinsam mit dem Solaranbieter am Hydraulikplan, bis eine optimale Lösung gefunden wurde. Bei ausreichendem Sonnenschein sollte die Solaranlage direkt in die Heizung gehen, bei trübem Wetter über die Gastherme als Nachheizung. Nur bei anhaltendem Schlechtwetter durfte die Solaranlage pausieren und die Gastherme übernahm die komplette Arbeit. Um das überprüfen zu können installierten wir einen Internetanschluss zur Fernüberwachung der Anlage. Die Sache hatte allerdings einen Haken: mit den alten gusseisernen Heizkörpern in allen Räumen war an einen optimalen Solarertrag nicht zu denken, dafür braucht es eine Niedertemperatur-Wärmeverteilung im Haus. Also raus mit den alten Ungetümen und rein mit nagelneuen Niedertemperatur-Heizkörpern samt Thermostatreglern.

Neue effiziente Heizkörper um den Solarertrag zu steigern (c)Manfred Strobl

Die nächste Überraschung folgte am Dach. Auf solch morschen Dachsparren würde er keine Kollektoren montieren, meinte der Dachdecker. So wurde die ohnehin fällige Dachsanierung vorgezogen, bevor der Kran mit den Kollektoren kam. Aus der ursprünglichen Idee einer Solaranlage war ein kapitaler Umbau geworden, der in Summe fast 40 000 Euro kostete. Dafür waren alle Leitungen super gedämmt, jeder Heizkörper einzeln eingeregelt, das ganze System auf minimalen Gasverbrauch optimiert. Jetzt wollte ich natürlich genau wissen, was die Solaranlage bringt. Der Solaranbieter war sehr zuvorkommend und richtete extra eine Visualisierung ein. Damit habe ich die Solaranlage immer im Blick.

Visualisieurng online - die Solaranlage immer im Blick (Screenshot)

Die Anlage lief von Anfang an nach Plan, ich war begeistert! Meiner Erfahrung nach gab es aber immer Verbesserungspotenzial, wenn man sie eine Zeit lang beobachtete. Tatsächlich zeigten die Speichertemperaturen manchmal seltsame Werte und der Oma war es an besonders kalten Tagen im Haus nicht warm genug. Nach zwei Monaten kamen daher Anlagenlieferant und Installateur nochmals vorbei und gingen die ganze Anlage durch. Der Volumenstrom der Heizung war zu sparsam eingestellt und ein Fühler falsch platziert – die Behebung der Probleme war im Nu erledigt! Zufällig war es an dem Tag kalt aber sonnig und die Solaranlage zeigte, was sie kann. Am 13. Dezember stand die Gastherme bei 4 Grad Außentemperatur still und die Solaranlage heizte alleine das Haus! Da staunten selbst die Handwerker, eine eindrucksvolle Demonstration was ein optimal eingestelltes Heizsystem mit Solaranlage zu leisten im Stande ist. Auch ein Journalist war an dem Tag dabei – hier ist sein Bericht in „Der österreichische Installateur“!

Da freut man sich, wenn´s von der Solaranlage warm runter kommt! (c)Manfred Strobl

Europäischer Tag der Sonne kehrt an seinen Ursprung zurück

Logo European Solar Days (c) ESTIF

Im Jahr 2002 hatte der Verband Austria Solar die Idee, Solarwärme durch eine Reihe von Veranstaltungen überall in Österreich bekannt zu machen. Der Tag der Sonne war geboren, der erste fand am 24. Mai 2002 statt. Schulen, Universitäten, Betriebe, Gemeinden, Energieagenturen und viele andere Organisationen zeigten an diesem Festtag der Sonne, welche enorme Energiemenge uns Tag für Tag kostenlos von der Sonne geschenkt wird und wie wir sie für Wärmezwecke nutzen können.

Die Idee machte Schule, nach zwei Jahren (2004) übernahm die Schweiz das Konzept, zwei Jahre später (2006) Deutschland. Mit einem EU-Projekt im Programm Intelligent Energy Europe gelang 2008 die Ausweitung auf 8 Länder. Dann ging es rasant, jedes Jahr kamen neue Länder hinzu. Mittlerweile feiern 19 Staaten Jahr für Jahr Anfang Mai den Europäischen Tag der Sonne.

ESTIF, der europäische Solarindustrieverband, lud auch heuer wieder zu einer Konferenz der KoordinatorInnen des Europäischen Tag der Sonne ein. Am 19. und 20. November 2012 trafen sich 25 TeilnehmerInnen aus 15 Ländern, diesmal im Ursprungsland der erfolgreichen Solar-Bewegung: in Österreich. Natürlich war auch Austria Solar als „Spiritus Rector“ des Tag der Sonne bei der Konferenz in Wien dabei. Nicht zufällig trafen sich die Solar-Experten im Hotel Wilhelmshof, wo sie die zweitgrösste Hotel-Solarwärmeanlage Wiens besichtigen konnten.

Eindrücke von der European Solar Days Konferenz (c)Renate Fuchs

Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar und Renate Fuchs als Verantwortliche für den Tag der Sonne in Österreich waren dabei und berichteten von ihren Erfahrungen und was für 2013 geplant ist. Der Austausch der anwesenden Solar-Experten von Ukraine bis Portugal, von Norwegen bis Italien war lebhaft und interessant - einige haben langjährige Erfahrung, andere sind erst seit wenigen Jahren dabei. Die landesspezifischen Unterschiede machen den Tag der Sonne in jedem Land zu einem neuen Abenteuer in Sachen soziales Marketing. Was aber alle eint, ist der Wille das kostenlose Energiegeschenk der Sonne den Menschen näher zu bringen.

Die Vorbereitung der 6. European Solar Days von 1. bis 19. Mai 2013 ist in allen Ländern bereits im Laufen, auch bei uns findet die Aktion wieder am 3. und 4. Mai 2013 statt. Wir freuen uns schon darauf und auf den Austausch bei der nächsten Konferenz!

Auf jeden Fall den Termin schon mal vormerken:

Tag der Sonne 2013 (c) Renate Fuchs

Flammt das fossile Zeitalter nochmals auf?

Der World Energy Outlook 2012 der Internationalen Energieagentur IEA vermittelt fast diesen Eindruck. Der Chefökonom der IEA, Fatih Birol, präsentierte ihn am 14. November 2012 im Redoutensaal der Wiener Hofburg. Fazit: in den nächsten 20 Jahren findet ein totaler Wandel der weltweiten Energielandschaft statt.

Atomkraft hat nach Fukushima weltweit ausgedient, die neuen Sicherheitsstandards werden Atomstrom einfach zu teuer machen. Dafür erleben Öl und Gas einen neuen Aufschwung, vor allem durch die Förderung von Schiefergas und Light-Tight-Öl in Kanada und den USA. Mittlerweile kehren energieintensive Betriebe in die USA zurück, weil Gas dort nur ein Fünftel von dem kostet, was man in Europa zahlt. In 5 Jahren wird die USA Saudi-Arabien als größter Ölförderer der Welt ablösen. In 20 Jahren ist die USA energieautark und versorgt sich mit Öl und Gas komplett selbst. Das hat weltweite Auswirkungen. Die nicht benötigte Kohle wird günstig nach Europa verkauft, wo sie wegen des Atomausstiegs zur Stromerzeugung verheizt wird. Im Nahen Osten wird die USA keine Kriege mehr führen, wenn sie von den Ölvorkommen unabhängig wird. Die IEA geht davon aus, dass China die Rolle der USA übernimmt und sich im Nahen Osten engagiert um seine Ölversorgung zu sichern.

Oil Shale Feld in Kanada - Landschaftsgestaltung mal anders

Oil Shale Feld in Kanada - Landschaftsgestaltung mal anders

Das alles führt zu mehr und mehr CO2-Emissionen. Heuer erreichen sie wieder einen Rekordwert und es wird weitergehen. Wie Fatih Birol berichtet bläst den Erneuerbaren weltweit ein scharfer Wind ins Gesicht, viele Regierungen denken angesichts von Sparprogrammen daran Subventionen zu kürzen. Dabei werden für fossile Energie sechsmal (!) mehr Subventionen bezahlt als für Erneuerbare, im Jahr 2011 sogar um 30 Prozent mehr als 2010!

Die Präsentation von Fatih Birol zeigte das Problem, in dem wir feststecken. Zuerst sieht man welche Welt die nächsten 20 Jahre auf uns zukommt, dann sieht man: das darf nicht geschehen, wenn wir das 2 ° C Ziel Erderwärmung einhalten wollen. Dieser Widerspruch bleibt schließlich im Raum stehen, die einzige Antwort ist eine Energieeffizienzoffensive, um uns noch 5 Jahre mehr Zeit zu geben, das Ruder herumzureißen. Fatih Birol war jedoch wenig optimistisch: “Unsere Analyse zeigt, dass zwei Drittel  der bis 2035 ökonomisch realisierbaren Effizienzverbesserungen ungenützt bleiben werden.”

Die Erneuerbaren spielen in den nächsten 20 Jahren zwar eine wichtige Rolle, können laut IEA den Zug der Zeit in ein verlängertes fossiles Zeitalter aber nicht aufhalten. Das macht deutlich, dass wir die Zukunft nicht der etablierten Energiewirtschaft überlassen dürfen! Erneuerbare Energie ist in den meisten Ländern dieser Erde die größte heimische Energiequelle, die noch dazu in Summe die günstigste ist (ein Sechstel der Subventionen von Fossilen!). Hören wir auf, der Sonne den Rücken zu kehren und unter der Erde nach Lösungen zu graben!

Ein führender Energieexperte, der bei der Präsentation dabei war, meinte: „Wenn man es zynisch sieht würde ich jetzt sagen: Gott sei Dank habe ich keine Kinder.“ Besser kann man nicht ausdrücken, dass hier was falsch läuft!!

Bildquelle: http://news.charlesayoub.com, http://bernetblog.ch

Solarwärme – was hinter der Mauer kommt, die es zu überwinden gilt

(c) Renate Fuchs

Wenn man vor einem Hindernis steht, hat man zwei Möglichkeiten.

1. Man wendet die bewährten Methoden an, um das Hindernis zu überwinden, selbst wenn man damit vielleicht nicht erfolgreich ist.

2. Man stellt die Methoden in Frage und sucht nach neuen Wegen, um über das Hindernis zu kommen.

 

 

Die Solarwärme Technologieplattform ASTTP lud am 17. Oktober 2012 zu einem Workshop um die zweite Möglichkeit auszuloten. Rund 25 Teilnehmer suchten nach neuen Wegen, um der Solarwärme künftig zum Durchbruch zu verhelfen. Der Einladung war eine bunte Gruppe aus verschiedenen Richtungen gefolgt, von Solarfirmen über Forscher bis zu Vertretern von Ministerien und Landesregierung.

Bei früheren ASTTP-Veranstaltungen waren die Teilnehmer gewohnt, in Vorträgen über Neuerungen informiert zu werden. Diesmal wurde eine andere Arbeitsweise gewählt - ganz ohne Power Point. Die Teilnehmer selbst begaben sich auf die Suche nach neuen Wegen, um Solarwärme aus drei Blickwinkeln voranzubringen:

** Solarwärme anders verordnen
** Solarwärme anders fördern
** Solarwärme anders finanzieren

Teamarbeiten (c) Renate Fuchs

Wolfgang Jilek (Landesenergiebeauftragter Stmk), Gernot Wörther (Klima- und Energiefonds) und Georg Günsberg (Berater der Wiener Stadtregierung in Sachen Erneuerbare Energien) übernahmen die Rolle von Mentoren für je einen Blickwinkel. Gemeinsam mit der Gruppe erarbeiteten sie verschiedene Ideen und Wege, wie man Solarwärme künftig anders fordern, fördern und finanzieren könnte.

Nach der Präsentation der Gruppenergebnisse wurden diese hinsichtlich Effektivität und Realisierbarkeit von den drei Mentoren kommentiert.

Präsentation und Mentorenstatement (c) Renate Fuchs

Die Reaktionen auf die Workshop-Ergebnisse aus der Gruppe waren unterschiedlich, es gab spannende Diskussionen. Die emotionale Wirkung des Workshops war aber eindeutig: Man muss weg von alten Schienen und neue Wege einschlagen, um bei Solarwärme weiter zu kommen. Den ersten Schritt sind wir beim Workshop gegangen, weitere werden folgen.

Solarwärme im Gespräch mit Forschungsleiterin Sabine Putz

Sabine Putz (c) S.O.L.i.D

In der Reihe unserer Interviews zur aktuellen Lage und Zukunft von Solarwärme setzen wir mit der Leiterin der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Firma S.O.L.I.D. fort. Sabine Putz ist eine der wenigen Technikerinnen in der Branche. Die bisherigen Interviewpartner (alles Männer) waren: Wr. Stadtverwaltung (Bernd Vogl), Solarindustrie (Robert Kanduth), Forschung (Werner Weiss), Bundespolitik (Reinhold Mitterlehner) und Großanlagenbau (Christian Holter)

 1. Erst einmal dürfen wir zum Titel “Expertin des Monats“ von FEMtech, einer Initiative des BMVIT, gratulieren.  Frauen in der Technik sind immer noch eher die Ausnahme. Was hat Sie zur Technik gebracht?

Als junges Mädchen interessierte ich mich schon immer wie Dinge funktionieren und  habe viele Fragen gestellt, bis ich wusste was ich wissen musste. Es reicht für mich nicht, dass der Strom aus der Steckdose kommt, es ist viel zu interessant zu wissen wie es dazu kommt. Ich würde also sagen mein technisches Verständnis ist eine Gabe der Natur. 

2.  Und warum gerade das Thema Solarwärme?

Nach 11 Jahren im Bereich Photovoltaik, einem kurzen Abstecher in die Medizintechnik und Metallverarbeitung, zog es mich zurück zu den alternativen Energien. Da bin ich zu Hause und sehe den Sinn meines Engagements erfüllt.

3.  Wird auf Sie in der Branche anders als auf männliche Kollegen reagiert?

Nein, nicht mehr. Frauen werden zwar bei Veranstaltungen und Projekten immer als Anwesende hervorgehoben, aber nicht anders behandelt. Vor 15 Jahren, als ich noch in der Photovoltaik beheimatet war, ist es mir allerdings öfter passiert. Bei Messen und Konferenzen wurde ich oft mal Kaffee holen geschickt, weil man nicht annahm, dass ich die zuständige Technikerin bin.

4. Sehen Sie einen Bedarf an mehr Frauen in technischen Berufen?

Natürlich. Ich finde allerdings, dass sich nur interessierte Frauen technischen Berufen zuwenden sollen, und nicht solche, die guten Verdienst wittern oder mehr Gender-Anerkennung wünschen.

5. Herrscht im Bereich der Erneuerbaren Energien eine höhere Akzeptanz gegenüber Technikerinnen?

In der Erneuerbare Energie Branche sehe ich heute keine Ungleichbehandlung – im Gegenteil, man freut sich über weibliche Beteiligung und die Akzeptanz ist gross.

6. Sie leiten bei S.O.L.I.D. den Bereich Forschung und Entwicklung. Welche großen Forschungsziele verfolgt Ihr Unternehmen?

Wir sind seit Jahren bemüht die Branche zu aktivieren, weil wir lange alleine auf weiter Flur im Bereich Grosssolaranlagen waren. Wir arbeiten in vielen Forschungsprojekten mit, die zum Ziel haben Erneuerbare Energie und speziell Solarthermie in Gebieten zu verbreiten, in denen sie gänzlich unbewusst ist. Derzeit arbeiten wir an 15 Forschungsprojekten (5 europäische, 3 IEA Tasks und 7 nationale). Die Themen reichen von Speichertechnologien über solare Kühlung bis solare Prozesswärme/kälte. Die grossen Ziele für die nächsten Jahre sind Fassadenintegration, Vakuumflachkollektortechnologie, optimierte und massgeschneiderte Lösungen für Grossanlagen und Saisonalspeicher wie in Dänemark .

7. Haben Sie ein persönliches Lieblingsprojekt, an dem Sie arbeiten oder gerne arbeiten würden?

Ich hab das Glück ein sehr innovatives Projekt zu leiten, das in Kürze vom Stapel geht. 10.000 Quadratmeter Solarthermie, die neben industrieller Abwärme einen 65.000 Kubikmeter (!) Saisonalspeicher speisen werden, dessen Wärme einen Stadtteil von Graz im Winter versorgen soll. Somit hab ich keine weiteren grossen Wünsche. 

8. Wohin geht die technische Entwicklung? Bleibt es bei der klassischen Wärme- und Warmwassererzeugung oder geht es auch in neue Richtungen?

Die Richtung geht ganz klar in Richtung solare Prozesswärme und Kälte. Solare Kühlung ist nur in klimatisch begünstigten Gebieten von Vorteil, deswegen ist unser dahingehend Engagement auch ausserhalb von Europa. Kombianlagen und Netzeinspeisung sind zwei weitere grosse Themen.

9. Wo sehen Sie die  Solarwärme technisch in 20 Jahren?

Kunststoffe werden den bekannten Werkstoffen den Rang ablaufen. Automatisiertes Betreiben und Überwachen wird ein gutes Instrument sein um Investitionen begründen zu können und noch viel wichtiger: im Bereich der Speicherung von Wärme wird´s die grössten Fortschritte geben. Zur Zeit kostet die Planung und Auslegung von Solaren Grossanlagen noch viel Geld, ich hoffe in 20 Jahren wird auch dies automatisiert werden.

10.  Wenn Sie sich für die Energiezukunft Österreichs etwas wünschen dürften, was wäre das?

Erst mal Umdenken im Eigenverbrauch von Energie durch zwingende politische Massnahmen zu bewirken. Gefolgt von alternativen Energieprojekten, die auch ohne hohe Förderung gebaut werden können und MÜSSEN – auch hier sehe ich zwingende Massnahmen für notwendig. Nicht nur der Häuslbauer soll gezwungen werden alternativ Energie zu erzeugen, auch die Industrie muss zwangsbeGLÜCKt werden! 

Wenn Austria Solar es groß anlegt….

Die Teilnehmer des Workshops “Solare Großanlagen” (c)Renate Fuchs

Solarwärmeanlagen im Einfamilienhaus sind der Klassiker. Dass man Solarwärme auch weit darüber hinaus in Form von Großanlagen nutzen kann, ist noch zu wenig bekannt. Austria Solar und der Klima- und Energiefonds luden daher am 11.9.2012 eine branchenübergreifend bestückte Runde zu einem Großanlagen-Workshop ein.

Vertreter vieler Unternehmen und Organisationen engagierten sich gemeinsam zu dem Thema Solare Großanlagen (c)Renate Fuchs

Die Teilnehmerliste hätte nicht umfassender sein können: Vertreter von Solarwärme, Anlagenbau, Energieversorgern, Banken, Forschungsinstituten und Förderungsstellen fanden sich zur Diskussion der unterschiedlichen Aspekte von Großanlagen zusammen. Großanlagen haben eine Kollektorfläche von zumindest 500 m² und werden im Bereich der Fernwärmeversorgung, bei Industrieprozessen oder zur Klimatisierung von Gebäuden eingesetzt.

Die branchenübergreifende Mischung der Teilnehmer und die Art, wie das Thema aufgearbeitet wurde, ließ eine eigene Dynamik entstehen. Dabei wurde ein neues Veranstaltungskonzept erprobt, das bei den Teilnehmern maximale Lernprozesse bewirkt, den Austausch fördert und gänzlich ohne Power Point auskommt.

Auseinandersetzung mit dem Thema anhand einer bereits gebauten Anlage, sowie der Fragestellung eines konkreten Interessenten aus der Lebensmittelindustrie (c)Renate Fuchs

Gefordert wurden die Teilnehmer, als gegen Ende des Treffens eine Überraschung präsentiert wurde: in Form einer Videoeinspielung stellte ein Vertreter eines global tätigen Getränkeherstellers einen ganz konkreten Bedarf an Solarwärme für sein Unternehmen vor. Die Workshopteilnehmer hatten damit die Möglichkeit, an einem realen Beispiel branchenübergreifend über eine solarthermische Großanlage zu diskutieren. Es zeigte sich, dass bei solchen Projekten eine Zusammenarbeit der verschiedenen Branchen praktisch unabdingbar ist.

Der Workshop zeigte, dass nicht nur ein großer Bedarf nach Solaren Großanlagen besteht, sondern auch der Wille und die Kompetenz der Branche diesen zu decken. Der Solarwärme steht im wahrsten Sinne des Wortes Grosses bevor, wie es aussieht …

Als Neuling bei der GLEISDORF SOLAR 2012

Als “Neuzugang” in der Solarwärme-Branche hatte ich, Renate Fuchs, am 12.9.2012  Gelegenheit, an DER internationalen Veranstaltung zum Thema Solare Wärme teilzunehmen:

Die GLEISDORF SOLAR 2012

Impressionen aus Gleisdorf (c)Renate Fuchs

In Gleisdorf, einem malerischen Ort 20 km östlich von Graz, fallen dem unbedarften Besucher zahlreiche Solaranlagen und Photovoltaikpanele auf, die im öffentlichen Raum Energie für verschiedene Zwecke liefern.

Eigentlich kein Wunder, denn in Gleisdorf ist die AEE INTEC zuhause, das österreichische Wissenszentrum für Solarenergie.Diese Organisation lädt alle zwei Jahre zur internationalen Konferenz GLEISDORF SOLAR, heuer bereits zum zehnten Mal. Und Austria Solar ist seit Jahren Mitveranstalter.

In den historischen Räumlichkeiten eines alten Klosters kommen Vertreter der Branche zusammen: Hersteller, Anwender, Forscher und Förderstellen. Die Veranstalter zählten 280 Teilnehmer aus 19 Ländern!

Impressionen von der Gleisdorf Solar 2012 (c)Renate Fuchs

Heuer durfte ich auch mal Gleisdorf-Luft schnuppern, um dieses spezielle Klima vor Ort kennen zu lernen. Das wichtigste hier ist Informationen einholen und Kontakte pflegen, das fiel mir sofort auf. Ambiente und Tagungsablauf laden zum Zusammenstehen und Austauschen ein, das wird auch kräftig genutzt.Die Stimmung war – sagen wir geteilt: wo es um Eigenheime geht, den Massenmarkt also, war sie eher gedämpft. Bei Grossanlagen beginnen die Augen vieler zu leuchten, da herrscht Aufbruchstimmung. Grossanlagen waren ein Tagungsschwerpunkt, da wurden viele tolle Projekte präsentiert. Auch jene Großanlage (Fernwärme Marstal, Dänemark), die Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar, vor kurzem besuchte.

Am spannendsten fand ich einen Vortrag, der dazu aufrief Gewohntes über Bord zu werfen und völlig Neues zu wagen: Sachen wie Betonkollektor, Solarwand, Kollektorskulpturen. Überraschend fand ich auch, dass Vakuumdämmung bis 10 mal besser sein kann als herkömmliche Dämmung. Da ist noch viel drin, denke ich. Toll war bei der Gelegenheit jene Leute persönlich kennen zu lernen, die ich ansonst nur von Mail und Telefon kenne.

Ich hatte das Gefühl bei allen willkommen zu sein, auch wenn ich eine von den Neulingen bin. Da tragen viele die Sonne im Herzen! :-)